Life is Feudal: Forest Village – Erste Infos

Lasst uns ein Dorf errichten!

Ich hatte ja schon in Life is Feudal eine Menge Spaß, nun ist ein weiteres Early Access Spiel auf Steam erschienen, welches sich bei dem gleichen Universum bedient, die Rollen jedoch ein wenig vertauscht. So steuern wir nicht mehr einen tapferen Handwerker, Farmer oder Krieger in einer mittelalterlichen Welt, sondern übernehmen direkt die Führung einer ganzen Gruppe Flüchtlinge, die sich ein neue Heimat schaffen wollen. Im Grunde also ein Banished mit schickerer Grafik und der Aussicht auf hoffentlich umfangreicheren Funktionen. Doch schauen wir uns das Indie Aufbau Game mit Survival Faktor mal genauer an!

Life is Feudal - Forest Village - Work hard play hard

Banished lässt grüßen

Tatsächlich scheint man sich bei der Entwicklung an Banished orientiert zu haben. Eine Gruppe von Einwohnern beginnt in einer Welt mit dem sammeln von Ressourcen und errichtet erste Gebäude und Gehöfte. Wir müssen unsere Dörfler mit Nahrung versorgen, ihnen trockene Unterkünfte verschaffen und langfristig für das Überleben der Gemeinschaft sorgen. Hier ein weitere Bezug zu Banished, denn wie im scheinbaren Vorbild, ist auch in Life is Feudal: Forest Village der Winter ein wichtiger Gameplay-Faktor. Denn fallen die eisigen Flocken vom Himmel, sollten wir genug Holz und Holzkohle gelagert haben, damit unsere munteren Bewohner auch ordentlich heizen können. Auch können Krankheiten ausbrechen, ausgelöst durch schlechte Lebensbedingungen oder Mangelernährung. Kümmern wir uns nicht schnell um die Bekämpfung einer Knappheit von Heizmitteln oder einer solchen Krankheit, stirbt uns gerne mal die ganze Gemeinde weg. Wird unser Volk größer, haben wir die Möglichkeit größere Bauprojekte zu starten und errichten weite Weiden, Felder, prächtige Mühlen und andere Gebäude. Naturkatastrophen wie Tornados oder Blitzeinschläge sorgen für den gewissen Nervenkitzel, wenn man auf so was steht. Alles also recht ähnlich zu oben genannten Indie Game, doch ist auch was anders?

Life is Feudal - Forest Village - Dorf im Winter

Gute Ansätze & Probleme

Neben der deutlich besseren Grafik, hat Forest Village vor allem ein recht interessantes Feature: Wir können in die Rollen eines unserer Bewohner schlüpfen und aus der ersten Person aktiv an den Arbeiten in der Siedlung mitwirken. Das ist ganz nett und gibt einem das Gefühl, Teil der eigenen Gemeinde zu sein. Wer wollte in einem diversen Aufbauspiel nicht selbst schon mal durch seine prächtige Stadt pilgern? Ansonsten gibt es wenig Inhalte, die exklusiv hier zu finden sind: Terraforming, Halten von Nutztieren, Pflanzenkulturen, verschiedene Berufe, Populationsentwicklungen und so weiter. Dennoch ist klar zu erwähnen, dass Forest Village recht hart ist. Wie in Life is Feudal wurde der Faktor Authentizität hoch angesetzt, was das Spiel wirklich schwer macht. Im Mittelalter war eine Geburt eben alles andere als ein Zuckerschlecken und es war keine Seltenheit, dass Mutter oder Kind bei der Geburt verstarben. Im Spiel kann aber genau dieser Realismus schnell das Ende einer junge Siedlung bedeuten, wenn nämlich schon früh wichtige Arbeitskräfte versterben und im ersten Winter dann das totale Chaos ausbricht. Weiterhin gibt es Probleme im Spiel, die wohl im Zusammenhang mit der Early Access Version stehen: Unsere Dörfler scheinen manchmal nicht auf gelagerte Nahrung zuzugreifen und verhungern, obwohl Nahrung gelagert ist. Scheinbar scheuen besonders im Winter einige Bewohner den Gang zum Lager, was jedoch völliger Unsinn ist. Weiterhin benötigen die Dörfler später enorme Mengen Nahrung, sodass man gezwungen wird, große Anteile der gesamten Produktion auf die Nahrungsmittel-Beschaffung zu legen. Dadurch ist man aber schnell nur noch dabei, Bauern, Fischer und Müller zu leiten, andere Berufszweige gehen dann völlig unter. Hier sollte man ein wenig am Pegel drehen, denn natürlich ist diese Umsetzung realistisch, aber spielerisch wenig reizvoll. Auch der Bedarf von Brennholz ist enorm, das nimmt einen in den späteren Wintern enorm den Spielfluss, wenn es mal wieder an Holz mangelt, obwohl man den ganzen Sommer hat lagern lassen. Hinzu kommt, dass das einstellen eines Schwierigkeitsgrades wegfällt. Das ist insofern problematisch, als dass das Spiel einem wenig Fehler verzeiht. Eine Möglichkeit hier ein wenig selbst bestimmen zu können, wie hart es wird, wäre nett. Ansonsten ist das Spiel angenehm fordernd, welches Freundes des Survival Parts gefallen dürfte. Life is Feudal - Forest Village - Arbeiter im Dorf

Fazit

Dennoch kann ich diese Early Access Version noch nicht empfehlen. Warum? Die gegebenen Inhalte an sich sind super und spielen sich schon sehr gut. Wir bauen eine beschauliche und wirkliche hübsche Siedlung, lernen die harten Überlebensregeln und schaffen mehr und mehr Jahre mit unseren Siedlern. Dennoch bietet das Spiel momentan lediglich Stoff für 3-4 Stunden intensiven Gameplay (wenn man alles grundlegende gelernt hat). So kann man sich zwar ein paar Stunden gut beschäftigen, wird aber langfristig zu wenig Inhalte finden. Das Spiel bietet aber schon jetzt sehr viel Potenzial, schreit nahezu an verschiedensten Ecken weiterentwickelt zu werden. Super spannend wäre es, mit anderen Dörfern aktiv zu handeln oder Konflikte auszutragen. Doch nach ist nicht klar, was noch möglich ist, daher abwarten und Tee trinken. Denn von einem Kauf muss ich noch abraten, denn der Inhalt ist zwar super (zwar nicht umfangreich, aber das was da ist, ist gut), jedoch ist der Preis zu hoch angesetzt: 23 Euro soll man auf Steam für die Early Access Version hinlegen – Im Moment noch zu viel. Ist mehr Inhalt da, kann man diesen Preis aber gerne zahlen, ich halte Euch auf dem laufenden. Ansonsten kann man auf einen Sale warten, auch dann könnte sich der Kauf lohnen.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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