Mount & Blade 2: Bannerlord – Wie lange muss ich schmachtend warten?

Eine Closed-Beta soll demnächst starten; Das Warten hat jedoch kein Ende.

Oh Bannerlord, wie lange muss mein schmachtendes Gamer-Herz noch auf dich warten? Es gibt ja immer dieser Spiele, welche Jahre in der Mache sind, nur um immer mal wieder auf sich aufmerksam zu machen und dann doch keinen Release-Termin zu erhalten. „Gut Ding will Weile haben“, wobei das, gerade bei Videospielen, nicht immer zutrifft. Bannerlord wurde bereits 2012 angekündigt, seit 2013 arbeitet TaleWorlds Entertainment an dem Nachfolger zu Mount & Blade – Knapp sieben Jahre warte ich also sehnsüchtig auf dieses Spiel.

Die Mount & Blade Formel

Besonders der Belagerungs-Trailer auf der E3 2016 entfachte mein Feuer für dieses Spiel, zeigte sich Bannerlord hier als aufpolierter und sinnvoll erweiterter Mount & Blade: Warband Nachfolger, der genau das zu bieten scheint, was ich mir so sehr von diesem Spiel erhoffe. Gewaltige Schlachten in welchen hunderte Krieger aufeinanderprallen und wir mitten im Geschehen sind. Dass das natürlich nur ein Stück des Kuchens ist, muss ich kaum erwähnen. In Mount & Blade ist man nicht nur ein Krieger, man ist eine Figur innerhalb der mittelalterlichen Welt und entsprechend frei alles zu tun, was man möchte. Ein Gruppe Bauern aus den Dörfern zusammentrommeln, um mit ihnen in die Armee eines Fürsten einzutreten oder doch mit Söldnern aus der Taverne eine Karriere als gnadenloser Räuber anstreben? Wollen wir einen König im Exil bei der Rückeroberung seines Throns unterstützen oder doch gleich unser eigenes Reich ausrufen? In Mount & Blade stehen uns diese und viele weitere Wege offen und das macht den großen Charme dieser Reihe aus.

Ein Release-Termin bleibt aus

Und Mount & Blade 2: Bannerlord verspricht uns diese Formel, erweiterter, verbessert und mehr. Nur ein Veröffentlichungstermin, den bleibt man uns seit Jahren schuldig. Das ist nicht schlimm, denn nichts wäre schlimmer, als ein grandioses Konzept an einem überstürzten Release scheitern zu lassen. Dennoch ist man als Fan natürlich einer gewissen Geduldsprobe ausgesetzt. Ich dachte tatsächlich, dass Bannerlord 2017 veröffentlicht werden könnte. Damals wurde das Spiel in der Mai-Ausgabe der GameStar vorgestellt und einige Pressevertreter zum Anspielen nach Ankara eingeladen. Doch auch dieses Jahr verstrich ohne jegliche Hinweise auf eine mögliche Veröffentlichung. 2018 gaben die Entwickler selbst an, noch nicht genau zu wissen, wann man mit einem Release rechnen könne. Studio-Gründer Armagan Yavuz gab damals gegenüber GameStar an, dass es dem Team sehr wichtig sei:

ein Spiel erst dann zu veröffentlichen, wenn wir glauben, dass es fertig ist und wir bereit sind. Es ist nicht so, als gäbe es ein Releasedatum und wir würden es einfach nicht verraten. Wir haben immer noch einiges zu tun.

Yavuz betonte ebenfalls, dass die größte Baustelle des Sandbox-RPGs die komplexen Endgame-Mechaniken wären. Also zum Beispiel wir das eigene Königreich verwaltet werden kann, wie Familien und Clans agieren, wie Politik und Intrigen im Spiel funktionieren sollen. Alles Aspekte, die schon Vorgänger Warband bot, aber eben auch Schwächen offenbarte. Bannerlord soll hier eine ordentliche Schippe drauflegen. Auf der gamescom 2018 war zudem der Anfang der Sandbox-Kampagne des Mittelalter RPGs spielbar, welche jedoch, ähnlich wie der dazu veröffentlichte Campaign-Teaser, ein wenig ernüchternd daherkam, einfach weil es wenig neues zu sehen gab. Nach den Jahren der Entwicklung waren die Erwartungen einfach gewachsen, auch weil TaleWorlds den Fehler(?) machten, das Projekt schon sehr früh anzukündigen. Dennoch wissen die Gameplay-Trailer durchaus zu beeindrucken, wenn in einer Schlacht das große Hauen und Stechen beginnt und Streitrösser in eine Linienformation preschen und das Chaos der Schlacht ausbricht.

Demnächst soll eine Closed-Beta für den Mehrspieler an den Start gehen

Doch beeindruckt sind wir schon seit Jahren; Langsam aber sicher will man dann doch ein wenig mehr. Ein Release-Termin, ja, danach sehnen wir uns dann doch schon. Im März 2019 gaben TaleWorlds in ihrem Entwickler-Blog an, dass man eine „demnächst startende“ Closed-Beta ansetzen würde. Das klingt doch handfest, ja geradezu fantastisch. Ein wenig gedämpft wird die Ankündigung durch die Tatsache, dass diese Beta lediglich den Mehrspieler abdeckt. Im Fokus soll der „Scharmützel-Modus“ stehen, zu welchem in besagten Blog-Post entsprechende Informationen veröffentlicht wurden. In diesem 6v6-PVP-Modus treten die die Spieler direkt gegeneinander an, wobei es um die Kontrolle von Fahnenpunkten geht. Speziell für diesen Modus optimierte Karten und ein asymmetrisches Klassensystem sollen diesen Modus besonders interessant machen. Ich muss gestehen, dass solche Modi im Vorgänger Warband eher weniger beliebt waren und die großen Schlachten und Belagerungen den größten Reiz ausmachten. Aber gegen einen ausgereiften Scharmützel-Modus habe ich natürlich auch nichts einzuwenden. Um für ausreichende Balance der Klassen und Maps zu sorgen, soll die Closed Beta genutzt werden, um genügend Feedback zu erhalten. Eine Beta zur Kampagne wäre für mich natürlich deutlich interessanter, aber was soll man machen.

TaleWorlds typisch wurde auch für die „demnächst startende“ Closed Beta noch kein Termin oder eine mögliche Anlaufstelle für Anmeldungen genannt. Erst in zukünftigen Blog-Einträgen wollen sich die Entwickler diesbezüglich erneut zu Wort melden und weitere Informationen veröffentlichen. Also eigentlich alles beim alten, wieder ein wenig ernüchternd, aber mittlerweile ist man das als Mount & Blade Fan dann doch gewohnt.

Aber gut; Wir haben nun schon so lange schmachtend gewartet, da kann ich es nun auch noch aushalten und meine Ungeduld zügeln… Und irgendwann, ja irgendwann werde ich mich wieder hunderte Stunden in den Weiten von Kalradien verlieren können und hoffentlich zufrieden feststellen, dass sich das Warten am Ende doch gelohnt hat.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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