Game of Thrones – Jahre später

Das Ende einer langen Reise bahnt sich an und ich bin begeistert!

Wow, schon im Februar 2014 hatte ich mich erstmals zu Game of Thrones geäußert und zunächst meine ersten Erfahrungen mit der Fantasy Welt geschildert. Tatsächlich bin ich über die Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ auf das Universum aufmerksam geworden und hatte bereits die ersten Bände der umfangreichen Reihe verschlungen, bis ich bemerkte, dass diese Bücher die Romanvorlage der Serie „Game of Thrones“ bildeten. Nachdem ich also meine pure Begeisterung in Bezug auf die Bücher entdeckte, konnte mich kurz darauf auch die Serie komplett überzeugen und ich bin seitdem begeisterter Fan. Doch Jahre strichen ins Land und während ich die Bücher verschlang, musste man immer wieder auf neue Folgen der Serien warten. Mit der Zeit überholte die Serie die Bücher aber, sodass mich der letzte, aktuelle Band dann auch nicht mehr ganz so fesseln wollte. Dafür hat die Serie gefühlt nie an Qualität verloren, scheint sogar immer besser zu werden. Zumindest bin ich von den bisherigen Episoden der siebten Staffel mehr als begeistert und in meinem Freundeskreis ist der Montag zum gemeinschaftlichen Game of Thrones Abend geworden.

Game of Thrones - Season 7 - Drachen und Schiffe

Ein Vergleich mit The Walking Dead

Ich bin tatsächlich überrascht, dass diese Serie mich schon so lange Zeit überzeugen kann. Andere Serien sind auch großartig, aber viele schaffen es auf lange Sicht nicht, eine gute Geschichte zu erzählen. Der Vorteil von Game of Thrones ist dabei natürlich, dass die Handlung selbst schon in einer Romanreihe ausgearbeitet und gut durchdacht ist, sodass hier nicht mehr so viel falsch gemacht werden kann. The Walking Dead hat es dabei nicht so gut, für mich verlor die Zombie-Apokalypse mehr und mehr an „Biss“ und die letzte Staffel war für mich so schwach, dass ich nach den ersten Episoden völlig das Interesse verlor. Der Nachteil ist hier sicherlich die fehlende Romanvorlage, stattdessen baut The Walking Dead auf einer Comic-Reihe auf. Ein Comic ist natürlich nie so ausgefeilt wie ein Roman und bietet bei weitem keine so starke Vorlage für eine in vielen Staffeln erzählte Geschichte. Und hier ist ein großes Problem – Während sich bei The Walking Dead die Ereignisse immer wieder zu wiederholen scheinen, entwickelt sich die Handlung von Game of Thrones immer weiter und läuft jetzt, in der siebten Staffel, auf eine kolossales Ende hinaus.

Game of Thrones - Season 7 - Cersei and Jaime Lannister

Bei The Walking Dead ist wiederum keinerlei Ende in Sicht, stattdessen scheinen die Protagonisten in einer endlosen Schleife festzuhängen, die mich mittlerweile nur noch müde gähnen lässt – Die Jungs und Mädels um Rick Grimes bauen sich immer wieder etwas auf, verlieren das dann wieder und müssen erneut etwas aufbauen. Dabei bekommen sie eigentlich regelmäßig auf die Fresse und stellen sich teilweise schrecklich dämlich an und/oder haben mächtiges Pech. Das mag zunächst realistisch und konsequent klingen, immerhin sterben auch in Game of Thrones immer wieder Charaktere, aber leider ist dem nicht so. Viele dieser Ereignisse erscheinen nicht durchdacht und lösen weniger starke Emotionen beim Zuschauer aus, als allgemeines Kopfschütteln, weil die Charaktere aus Fehlern kaum etwas lernen und sich bestimmte Szenarien einfach konsequent wiederholen.

Grandiose Umsetzung der Vorlage

Natürlich wird mir ein Fan der aktuellen Staffel von The Walking Dead hier scharf widersprechen, aber dennoch hat die Serie in meinen Augen viel von dem verloren, was sie für mich anfangs so spannend und interessant gemacht hat. Damals konnte ich eine neue Staffel kaum erwarten, heute habe ich jegliche Interesse verloren – Auch, weil der rote Faden, ein langfristiges Ziel oder eine Aufklärung der Umstände komplett weggefallen sind. Bei Game of Thrones will ich einfach wissen, wie es weitergeht – Die Charaktere sind unglaublich gut umgesetzt. Fast jeder meiner Freunde kann feurige Reden über Lieblings- und Hasscharaktere schwingen und hat seine eigene Theorie, wie das ganze ausgehen könnte. Das macht auch deswegen so großen Spaß, weil die handelnden Figuren über die Staffeln hinweg tatsächlich etwas erlebt und sich entsprechend entwickelt haben. Um Spoiler zu vermeiden, will ich jetzt mal keine Beispiele nennen, aber von so mancher Figur hätte man zunächst niemals gedacht, dass sie später noch solche Bedeutung erlangen könnte. Das eigentliche Lob ist in diesem Zusammenhang aber nicht an diese Charakter-Entwicklung selbst zu entrichten, diese entspringt selbstverständlich der Romanvorlage, viel mehr geht es um die Umsetzung dieser Vorlage in Serien-Form.

Game of Thrones - Season 7 - Daenerys Targaryen und Gefolgschaft

Die Macher verstehen es verdammt gut, das gegeben Material zu nutzen und audiovisuell aufbereitet auf den Bildschirm zu übertragen. Tatsächlich lebt auch die Serie von den starken Dialogen der Charaktere, schafft es aber zugleich die Fantasy-Welt grandios zu zeichnen. Gewählte Schauplätze, die Kostüme bis hin zu den Animationen sind großartig und insgesamt hat die Serie einen eigenen Stil erhalten, welcher mit der jeder neuen Staffel verfeinert wurde. Große Schlachten wurden in den ersten Staffeln kaum gezeigt, Kostengründe werden hier wohl die Ursache gewesen sein, dennoch schaffte man es, diese auf andere Weise darzustellen – Statt einem massiven Gefecht zeigt man eben das Schlachtfeld nach der Auseinandersetzung. In den letzten beiden Staffeln gab es dann aber doch ein wenig mehr Gefechte und Schlachten zu beobachten, wobei wieder Animationen und Darstellung gelobt werden müssen. Blut fließt in Game of Thrones schon immer in guten Mengen, aber auch die Szenerien wissen zu begeistern. Eine Schlacht auf See, eine Belagerung oder eine Feldschlacht – Hier wird man gut bedient und besonders Staffel 7 hat noch eine Menge Potenzial, das scheinbar perfekt ausgeschöpft wird. Für mich als Fan gut dargestellter Schlachten ein wichtiger Aspekt, wobei Game of Thrones auch ohne diese Schlachten funktionieren und begeistern würde!

Fazit

Es ist entsprechend amtlich: Nach gut 3 Jahren bin ich immer noch begeisterter Fan und besonders die siebte Staffel hat mein Feuer wieder entfacht. Die lange Geschichte findet ein Ende und weiß zu begeistern, weshalb ich den Machern der Serie endlos dankbar bin. Man hätte hier durchaus anders vorgehen können, aber in meinen Augen wurde die Romanvorlage hervorragend umgesetzt und teilweise sinnvoll weitererzählt bzw. gestutzt. Die Serie hat die Romanvorlage überholt, erzählt ein Ende, welches eigentlich noch unveröffentlichte Bücher erzählen sollte. Ist das nun gut oder schlecht? Tatsächlich sehe ich diese Entwicklung nicht als besonders negativ an – Die Serie ist so gut umgesetzt, dass ich es als keinen großen Verlust ansehe, das Ende dieser großartigen Geschichte audiovisuell vermittelt zu bekommen und nicht zu erlesen.

Game of Thrones - Season 7 - Sansa Stark and Petyr Baelish

Das liegt unter anderem auch daran, dass die Serie die Ereignisse strukturiert erzählt, während die Romane immer verworrener gerieten, weil zahlreiche und zum Teil erhebliche Zeitsprünge vorgenommen wurden, um Teilhandlungen zu erzählen. Ich liebe die Bücher und das, was sich Martin da ausgedacht hat, ist überwältigend, aber mittlerweile genieße ich diese Welt tatsächlich mehr in Serien-Form, nicht weil sie schneller ist als der Autor, sondern weil sie so strukturiert und gekonnt die Geschichte erzählt, dass es ein Genuss ist, sie zu verfolgen (was ein Satz). Schon heute freue ich mich schon auf kommenden Montag, an dem wir in geselliger Runde die neue Folge Game of Thrones „zelebrieren“!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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  • „Während
    sich bei The Walking Dead die Ereignisse immer wieder zu wiederholen
    scheinen, entwickelt sich die Handlung von Game of Thrones immer weiter
    und läuft jetzt, in der siebten Staffel, auf eine kolossales Ende
    hinaus.“

    Das war auch mein erster Gedanke als du Walking Dead erwähnt hattest. Gerade wenn sich ein riesen Plott drumrum baut, erwartet man, dass der auch irgendwann sein Ziel erreicht und nicht ständig wieder von vorne beginnt.

    Bin übrigens auch großer GoT-Fan. Und das obwohl ich erst nach Monaten in die Serie eingestiegen bin.

    • Ja, ich verstehe nicht, warum hier einfach nie versucht wurde, auf etwas hinzuarbeiten. Bzw. gab es diverse cooler Ansätze, die dann aber einfach ins leere liefen und nie wieder Kommentiert wurden (Rettungslager der Regierung finden, Heilmittel finden…). Aber gut, so lange es läuft, läuft es eben und man verdient damit Geld.

      Ja ich hatte die Serie auch recht lange ignoriert, bin dann aber über die Bücher eingestiegen und ja, heute fiebert man jede Woche der neuen Folge entgegen (und versucht das unmögliche; Spoilern zu entgehen…). 😉