H1Z1 – Ein Early Access Negativbeispiel

H1Z1-Just-Survie-No-real-survival-and-pay-to-win

Aus einem Spiel das Free to Play werden sollte, wurden zwei miserable und unfertige Bruchtstücke, die man jeweils zum Vollpreis verkauft – Versprechen sind nur Schall und Rauch…

Es ist traurig, aber in der letzten Zeit muss ich mich immer öfter mit Titeln und Projekten beschäftigen, die als kleine Innovationen und Hoffnungsträger an den Start gingen, aber im Verlaufe Ihrer Early Access Phasen völlig außer Kontrolle geraten und wenig übrig lassen als geprellte Unterstützer und geplatzte Hoffnungen. Dieses mal geht es um H1Z1, welches ich als DIE DayZ Alternative gehandelt hatte, weil die Entwickler um Sony Online Entertainment enorm gute Ideen vorstellten und die Chance bestand, nun eine potentes Zombie Survival Game entstehen könnte. Doch Pustekuchen, wir wurden belogen und das gleich mehrmals…

H1Z1 - Zombies fressen einen Hirsch

Free to Play als Early Access zum zahlen

H1Z1 wurde 2014 als Survival-MMO angekündigt und sollte bis zur fertigen Release Version als Free to Play Spiel angeboten werden. Am 15. Januar startete dann die Early Access Phase, in welcher man H1Z1 käuflich erwerben konnte und noch immer kann (dazu später mehr). Mit 20 Euro war der Preis dabei nicht niedrig angesetzt (mal davon abgesehen, dass sogar eine 40 Euro Version zum Verkauf stand), besonders wenn man beachtet, dass die Entwickler ja eigentlich ein Free to Play Konzept verfolgen wollten. Doch man lockte die Spieler mit der Möglichkeit, die Realisierung des Projekts mit dem Kauf zu unterstützen, was viele anregte doch schon Geld in die Early Access Version zu stecken. Da waren dann viele Käufer gewillt, für einen früheren Zugang und der Möglichkeit das Spiel zu unterstützen, zu zahlen. Immerhin hatte man ganz genaue Vorstellungen und Versprechen im Kopf, die Sony damals großspurig und selbstsicher von sich gab – Es wird zu keiner Pay to Win Situation kommen…

H1Z1 - Was hat das noch mit Zombie Survival zu tun

Lügen und Pay to Win

Doch diese Aussage entpuppte sich als glatte Lüge, denn mit Release fand auch direkt ein Pay to Win Konzept auf Basis von Mikrotransaktionen seinen Weg ins Spiel, bei welchem Spieler die ein paar Euronen in das Spiel steckten, Airdrops kaufen konnte, die neben Nahrung und Ausrüstung auch beste Waffen samt Munition abwarfen – Alles total gerecht und ohne spielerischen Vorteil… Moment! Doch, genau das bot allen Nutzern dieser Airdrops einen enormen Vorteil, der von nicht zahlenden Spielern nicht aufzuholen war. Die Misere wurde durch die technischen Probleme von H1Z1 nur noch bestärkt, denn zu Release klappte fast nichts. Die Server waren überlastet, die Zombie KI kaum vorhanden und Loot schlecht verteilt – PVP war damit die einzige wirkliche Eigenschaft des Spiels, was die Pay to Win Problematik natürlich erst richtig zum kochen brachte. Man hatte die Fans dreist belogen und daran konnte auch die Geld zurück Aktion nicht mehr viel ändern – Das Vertrauen vieler Spieler war weg.

H1Z1 - Airdrop and Pay to win

 

Verschenktes Potenzial

Dabei steckte noch Potenzial im Spiel, denn bei meinem Test im Juni 2015 empfand ich das Grundgerüst von H1Z1 als ganz passabel. Es existierte ein ganz gutes Basis-Spiel, welches zwar keine tiefgründige bzw. besondere Spielwelt bot, aber in sich funktionierte. Basis-Bau, große Städte und ein paar tolle Situationen. Lediglich die vielen Bugs nervten irgendwann extrem, was man jedoch einem Early Access Spiel nicht zwingend anlasten möchte. Doch statt hier weiter aufzubauen und das Spiel zu dem zu machen, was man versprach, wurde geschlafen und die Entwicklung schlief ein. Damals war noch die Rede von einer 16.000 km² großen Welt, welche man mit der Zeit implementieren wollte. Doch fand diese Umsetzung nie statt, auch viele andere Inhalte, wie das massive beeinflussen der Spielwelt durch die Spieler wurde nie weiter ausgebaut. Alles blieb auf dem Stand der Release Version, wobei selbst die Pay to Win Situation irgendwann keinen mehr aufregte, weil kaum noch jemand auf den wenigen Servern spielte. Während also weder Bugs bereinigt wurden, noch neue Inhalte ihren Weg ins Spiel fanden und die Community schrumpfte, starb H1Z1 still und heimlich hinter den Kulissen und wurde dem Metzger überreicht, der nun die Reste möglichst gewinnbringend an die letzten mutigen verscherbeln sollte.

H1Z1 - King of the Kill - Bullshit

Aus einem schlachte zwei

Zerhackt in zwei eigenständige Spiele wurde aus H1Z1 nun H1Z1: King of the Kill und H1Z1 : Just Survive. Beide Titel werden für jeweils 20 Euro angeboten und bieten einfach nur die aufgeteilten Inhalte von H1Z1 an, ohne dabei auch nur irgendetwas zu verändern. In „King of the Kill“ wird reines PVP Gameplay „geboten“, welches in keinem echten Zusammenhang mehr mit Survival oder Zombie Apokalypse steht. Auf der anderen Seit der Survival Part von H1Z1 mit „ Just Survive“, welcher im Grunde alles bietet, was H1Z1 eigentlich bot, wobei nun der Fokus auf PVE gelegt wird. Bugs, Probleme und Inhaltsarmut blieben natürlich bestehen, neue Updates kommen kaum und wenn, werden nur unwichtige Details geändert, zum Beispiel die Einführung von Katanas – Wow, fast so cool wie die Sache mit dem Verfüttern von faulem Obst in DayZ

H1Z1 - Just Survive - Bullshit

Fazit

Damit ist H1Z1 gestorben und die Leute hinter dem Projekt versuchen nun die Rest zu Geld zu machen. Von Innovation oder Leidenschaft fehlt jede Spur – Ein trauriges Beispiel dafür, dass Early Access eben oft auch nicht zum Ziel führt, sondern Entwickler die Situation so lange ausnutzen, wie man Geld mit einem unfertigen Spiel verdienen kann. In diesem Sinne: Kauft Euch in keinem Fall H1Z1, egal ob „ Just Survive“ oder „King of the Kill“. Wer ein Survival Game will, greift auf Rust oder DayZ zurück und wer Bock auf PVP im Tribute von Panem Stil hat, wird mit The Culling glücklich, welches besser umgesetzt und günstiger ist!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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  • Ich hatte auch mehrmals mit dem Kauf geliebäugelt, aber bin inzwischen froh, bei keinem der Sales zugeschlagen zu haben. Ich habe ohnehin schon zu viele halbgare Survival-Games in der Library, die wohl nie einen wirklich spielenswerten Zustand erreichen werden. Selbst DayZ ist ja nach all der Zeit noch weit von dem entfernt was ich mir seit der Mod erhofft hatte.

    • Ne, hat sich für mich leider auch Null gelohnt. DayZ ist aber genauso schwach, die Arma 2 Mod ist viel weiter, als die Standalone Version. Traurig traurig. Aber wenn man halt schon Geld verdient, bleibt wenig Ansporn, die Inhalte zu Verbessern. Das ist eben DAS Problem des Early Access Konzepts, welches immer wieder auftritt.