Der Traum eigener Spielwelten – Game Designer erschaffen die Welten, die wir lieben

Zu sehen ist ein Screenhot aus dem Spiel Minecraft, welcher eine bergige Landschaft zeigt. Zu lesen ist folgender Text: „Game-Designer erschaffen Welten, die wir lieben“.

Den Traum eigene Welten zu erschaffen, teilen sich viele Gamer. Statt nur in die fantastischen Visionen anderer einzutauchen, hat vermutlich jeder von uns die eine oder andere Idee für ein eigenes Game, welches dem persönlichen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Für die meisten bleiben solche Ideen bloße Träumerei – doch für andere bilden diese Gedankenspiele den Anfang einer Reise, welche die nächste Generation von Spieleentwicklern hervorbringt. Game-Design bildet die Grundlage, um eine Spielvision zu verwirklichen – doch was macht ein Game Designer eigentlich?

Warum ist Game-Design wichtig?

Um Spielwelten zu kreieren, bedarf es zunächst eines Konzepts, in welchem die Basis für die weiterführenden Entwicklungsaufgaben festgelegt wird. Welche Elemente werden genutzt und wie werden diese kombiniert? Bei Videospielen stehen erzählerische und interaktive Elementen im Vordergrund, wobei die Kombination dieser Elemente den Kern des eigentlichen Spiels bilden. Natürlich werden auch zahlreiche andere Elemente in der Konzeptionsphase herangezogen, wobei unter anderem ethische, psychologische und sogar werberelevante Aspekte Einfluss auf die Erschaffung einer Spielwelt haben. Die Fülle an Genres und Geschichten sowie das Entstehen ganz neuer Konzepte beweist, wie mächtig die Symbiose dieser Elemente letztlich ist, die für jeden Spielertypen etwas zu bieten hat.

Der Begriff „Videospiel“ beschreibt dadurch längst ein breites Spektrum an interaktiven Erlebnissen, die sich durch unterschiedlichste Aufmachung, Schwerpunktsetzung und Umsetzung voneinander unterscheiden. Egal ob quirliges Jump&Run, episches Rollenspiel, anspruchsvolles Strategiespiel oder actiongeladener Shooteralle Spiele teilen sich die selbe Essenz, basieren auf den gleichen Grundsätzen des Game-Design.

Was macht ein Game Designer eigentlich genau?

Ein Game Designer baut mithilfe dieser Grundsätze das eigentliche Spielkonzept, welches er dann in einer Reihe von Design-Dokumenten verschriftlicht bzw. vorstellbar macht. Weiterhin erarbeiten Game Designer erste Prototypen des Spielkonzeptes, in welchem die angestrebten Spiel-Elemente, also das angestrebte Gameplay, zugänglich gemacht werden soll. Ziel ist es, einen ersten und einfachen Zugang der Spielvision zu schaffen und dabei einen guten Ersteindruck zu vermitteln.

Solche Prototypen müssen dabei noch gar nicht in digitaler Form existieren, sondern können in „Papier“-Form aufbereitet werden. Eine zentrale Idee bei der Schaffung eines Prototypen ist es, eine möglichst „simple“ Spielversion zu kreieren. Das heißt, dass der Prototyp im besten Falle auf die Grundidee eines Spielkonzepts heruntergebrochen wird. Dadurch sollen sich frühzeitig Lücken in der Konzeptionierung des Gameplays zeigen, sodass diese im besten Falle bereits im Vorfeld geschlossen und nicht erst mitten in der Entwicklungsphase zum Problem werden. Viele Videospiele leiden genau unter diesem Problem, wenn sich im Verlauf der Entwicklung abzeichnet, dass eines der geplanten Kernelemente im fertigen Spiel nicht so funktioniert, wie eigentlich gedacht. Das führt fast unweigerlich zu enormen Verzögerungen und sorgt nicht selten dafür, dass bereits weit entwickelte Games gänzlich eingestellt werden. Es wird also deutlich, wie wichtig die frühe Arbeit der Game Designer ist und welche Relevanz die Prototypen-Erstellung eigentlich einnimmt.

Denn auf Basis des erstellten Prototypen werden die weiteren Schritte der Entwicklung angestoßen – es folgen Art-Designer, Sound-Designer, Programmierer, Writer und Marketingexperten, welche auf Grundlage des Prototypen und unter Anweisung der Game Designer an der Verwirklichung der eigentlichen Spielvision arbeiten. Im besten Falle betreuen die Game Designer das Projekt von Anfang bis Ende und arbeiten mit den anderen Abteilungen kontinuierlich daran, ein gelungenes Spielkonzept zu realisieren und letztlich zu finalisieren. Der Game Designer versucht die anderen Abteilungen anzuleiten, sodass aus der Spielidee tatsächlich ein echtes Game heranwächst.

Diese enge Zusammenarbeit mit Art-Designern, Sound-Designern, Programmierern, Writern und dem Marketingteam ist entscheidend, um die eigentliche Spielvision auch wirklich umsetzen zu können. Für einen Game Designer ist es enorm hilfreich, wenn er ein Verständnis für die anderen Disziplinen der Spielentwicklung besitzt. Dadurch können mögliche Grenzen und Komplikationen im Bereich der Umsetzung und Vermarktung besser erkannt und daraus resultierende Probleme vermieden werden. So bringt die beste Gameplay Idee oder ein Spielwelt-Konzept nichts, wenn die Umsetzung letztlich technisch nicht zu realisieren oder zu kostspielig ist.

Wie wird man überhaupt Game Designer?

Wie immer führen viele Wege zum Ziel. Klassisch kannst Du Game Design in einer schulischen Ausbildung oder einem Bachelorstudiengang in Games Design und Development erlernen. Doch auch viele andere Studiengänge können Dir den Weg zum Game Designer als Quereinsteiger ebnen, darunter zum Beispiel Informatik, Medieninformatik, Medienethik, Medienwissenschaft oder Kommunikationswissenschaft. Letztlich ist es natürlich auch nicht unmöglich, Deine Karriere mit einem eigenen Projekt zu starten – wobei Du Dir immer bewusst machen solltest, dass ein eigenes Videospiel-Projekt eine enorme Herausforderung darstellt, bei welcher Du über das nötige Wissen zahlreicher Disziplinen der Videospiel-Entwicklung als auch große finanzielle Rücklagen verfügen musst.

Auch solltest Du beachten, dass die Videospiel-Branche zwar seit Jahren beständig wächst und sich längst zu einem der größten Unterhaltungsbranchen überhaupt gemausert hat, zugleich die Nachfrage nach Game Designern überschaubar geblieben ist. Neben wenigen großen Studios werden Videospiele vor allem in kleinen Teams entwickelt, die nicht selten privat finanziert sind, was die Anzahl der Arbeitsplätze einschränkt. Es schadet daher nicht, wenn Du Dich in zahlreichen Disziplinen der Videospielentwicklung übst, sodass Du zum einen Deine Qualifikation steigerst, zum anderen vielleicht über Umwege den Einstieg in die Branche schaffst.

Denke dabei zudem daran, dass durch die immer wichtiger werdenden Entwicklungen der „Gamifizierung“ auch abseits klassischer Videospielentwicklung Berufsmöglichkeiten für Game Designer erwachsen. Bei so genannten „Serious Games“ werden die Grundsätze des Game Design in neuen Umgebungen genutzt, um zum Beispiel Wissen zu vermitteln oder bestimmte Abläufe interessanter für die Adressaten zu machen. Hier werden sich zukünftig sicherlich immer mehr Möglichkeiten für Game Designer ergeben, abseits des klassischen Videospiel-Marktes mit ihren Ideen und Visionen zu glänzen.

 

Wie sieht es bei Dir aus: hast Du auch schon einmal davon geträumt, eigene Welten zu kreieren oder spannende Spielkonzepte zu entwickeln? Hast Du vielleicht sogar schon erste Erfahrungen gesammelt oder hast Ergänzungen, die in diesem Beitrag noch fehlen? Schreib es gerne in die Kommentare!

Johann von Ti
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