Die Geschichte des Lotto-Spiels

Zu sehen ist ein Standard 6 aus 49 Lottoschein uaf einem Tisch. Auf dem Schein liegt ein Kugelschreiber.

Ein praktisches Mittel zur Geldbeschaffung – so kann Lotto schon seit seiner Entstehung beschrieben werden. Könige, Fürsten und Regierungen profitierten früh von dieser Form des Glücksspiels und auch heute gilt unter anderem in Deutschland das Lotteriemonopol. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass von staatlicher Seite Glücksspiel angeboten wurde?

Die Bedeutung von Lotto

Das Wort Lotto lässt sich aus dem italienischen „lotto“ und dem französischen „lot“ ableiten und bedeutet so viel wie „Los“, „Anteil“ und „Schicksal“. Bei dieser Form des Glücksspiels setzen die Teilnehmer auf die Ziehung zuvor von ihnen getippter Zahlen. Es gibt dabei zwei grobe Systeme:

  1. Aktive Lotterien: Bei diesem Konzept wählen die Spieler eine Reihe von Zahlen. Welche Zahlen gewählt werden können, wird im Vorgeld festgelegt. Am Ende werden die „Gewinn-Zahlen“ gezogen – wer diese korrekt vorhersagen konnte, gewinnt. In Deutschland wird unter anderem die Variante „6 aus 49“ angeboten. Dabei können die Teilnehmer sechs Zahlen wählen – das Spektrum wählbarer Zahlen reicht von 1 bis 49. Die gewählten Zahlen werden auf einem Tippschein angekreuzt. Je mehr Zahlen man bei der Ziehung richtig vorhersagen konnte, desto höher ist der mögliche Gewinn.

  2. Passive Lotterien: Diese Form des Lotto-Spiels verzichtet auf das aktive Wählen von Zahlen. Stattdessen kaufen die Teilnehmer Lose, welche vorgefertigte Losnummern enthalten. Bei der Ziehung werden dann die Gewinnzahlen gezogen. Ein populäres Beispiel ist unter anderem die spanische Weihnachtslotterie.

Von der Ratsziehung zur lohnenden Einnahmequelle

Ursprünge des heute bekannten Lottos lassen sich in der Republik Genua des 15. Jahrhunderts finden. Um seine Ratsmitglieder zu bestimmen, nutzten die Genuesen ein Los-System. Bei diesem wurden neunzig Namen von berechtigten Ratsanwärtern auf Zettel geschrieben und anschließend fünf dieser Zettel verdeckt gezogen. Die fünf gezogenen Kandidaten bildeten dann den neuen Rat der Stadt. Schon im Rahmen dieser Ratsziehung entstand ein reger Wettbetrieb in der Stadt, was heute als Ursprung des klassischen Lottos betrachtet wird. Später wurden die Namen der Kandidaten durch Zahlen ersetzt – das erste „5 aus 90“ war entstanden. Schon damals konnten die Veranstalter des Glücksspiels hohe Gewinne generieren, weshalb die jeweiligen Herrscher und Regierungen schnell darum bemüht waren, selbst davon zu profitieren. Schnell übernahmen sie das Recht der Veranstaltung oder vergaben ausgewählten Betreibern spezielle Konzessionen. Eine einfache und oft effektive Möglichkeit der Geldbeschaffung für Herrscher und Regierungen war geschaffen und ist bis heute im Einsatz.

In den folgenden Jahrhunderten wurde Lotto immer wieder von diversen Königen und Regierungen eingesetzt, um schnell Geldmittel zu beschaffen. Diese wurden für Bauprojekte, gemeinnützige Institutionen, das Militär oder auch den Abbau von Schulden eingesetzt. Private Anbieter traten zwar auch immer wieder auf den Plan, wurden aber in vielen Ländern schnell verboten oder unter staatliche Kontrolle gestellt. Auch verboten viele Fürsten die Teilnahme ihrer Untertanen in ausländischen Lotterien, damit das Geld im eigenen Land verbleiben würde. Oft waren die Lotterien erfolgreich und brachten die gewünschten Gewinne ein. Dennoch lief es auch nicht immer, wie erhofft – als zum Beispiel im Mai des Jahres 1700 eine Lotterie zu Begleichung der königlichen Schulden des französischen Königshauses veranstaltet wurde, blieb die Beteiligung und der damit einhergehenden Gewinn weit unter den Erwartungen und Hoffnungen.

Die Monopolisierung in Deutschland

Eine erste Lotterie wurde in Preußen 1703 eingerichtet. Die Gewinne sollten gemeinnützigen Organisationen und so den Armen und Bedürftigen zugute kommen. Ein nobles Ziel, welches jedoch schnell von den vielen ausländischen und privaten Anbietern in Preußen unterminiert wurde. Die Einnahmen der offiziellen Lotterie wurde durch die vielen anderen Anbieter empfindlich geschmälert. Zudem sorgten die ausländischen Anbieter dafür, dass Gelder nicht im Land verblieben. Letztlich kam bei vielen privaten Anbietern Kritik auf: Unregelmäßigkeiten und Betrügereien taten sich auf. Aus diesen Gründen entschied sich Friedrich II. letztlich dazu, ein Monopol auf die Veranstaltung von Lotto auszurufen. Am 8. Februar 1763 wurde das Königliche Majestätspatent unterzeichnet – und damit das staatliche Monopol für Lotterien beschlossen.

Die Rechtfertigung des Monopols stützt sich vor allem auf das Argument, dass so Spieler geschützt werden könnten. Zum einen vor betrügerischen Machenschaften privater Anbieter, aber auch dem Schutz vor Spielsucht. Dieser Aspekt ist jedoch Berechtigterweise umstritten, denn inwiefern eine Monopolisierung tatsächlich vor einer möglichen Spielsucht schützen soll, ist unklar. Zumindest gehen auch heute noch Teile der Gewinne der staatlichen Lotterien an gemeinnützige Zwecke.

Lotto und Glücksspiel heute

Auch heute gilt in Deutschland das Lotteriemonopol. Die Teilnahmebedingungen regeln die Lottogesellschaften der jeweiligen Bundesländer – Lotto ist nämlich Ländersache. Wichtiger Akteur ist dabei der sogenannte „Deutsche Lotto- und Totoblock“. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung der Lottogesellschaften der Bundesländer. Zudem gibt es noch gewerbliche Anbieter, die oft in Form von Tippgemeinschaften bei den Lottogesellschaften spielen. Bei diesen Anbietern fallen dann entsprechend zusätzliche Gebühren an.

Zwar gilt nach wie vor das Lotteriemonopol, Glücksspiel als solches ist aber nicht mehr mit einem staatlichen Monopol versehen. Auch in Deutschland ist es privaten Anbietern mit entsprechenden Lizenzen möglich, eigene Glücksspiele anzubieten. Die rechtliche Grundlage wird dabei vom Glücksspielstaatsvertrag gebildet, welcher erst 2020 reformiert wurde. In der neuen Fassung ist erstmals auch der legale Betrieb von Online-Casinos in Deutschland möglich, wenn die Anbieter auch über deutsche Lizenzen verfügen. Durchaus wichtig, wenn man Vergleichsseiten von Online-Casinos betrachtet, welche die besten Bonusprogramme und Freispiele aufzeigen: dort werden oft alle Casinos mit europäischer Lizenz gezeigt – wer in Deutschland legal spielen will, muss aber unbedingt darauf achten, dass der Glücksspielanbieter auch tatsächlich über eine deutsche Lizenz verfügt.

Schwarze Lotteriewetten

Weiterhin versprechen einige Online-Anbieter auch die Teilnahme an anderen Lotterien auf der Welt. Dabei handelt es sich oft nicht um eine tatsächliche Teilnahme an der jeweiligen Lotterie, sondern um eine Wette auf den Ausgang des Lottos. In Deutschland sind diese „Zweitlotterie“-Anbieter bzw. schwarze Lotteriewetten verboten (immerhin gilt auch weiterhin das Monopol sowie der Glücksspielstaatsvertrag). Wie und ob Du bei diesen Anbietern Deinen Lottogewinn abholen kannst, solltest Du bereits im Vorfeld klären und vor allem die AGBs und Lizenzen gründlich studieren. Denn auch wenn hier viel versprochen wird: wer für Deutschland keine offizielle Konzession besitzt, agiert illegal. Die Teilnahme kann bereits strafbar sein und durch die fehlenden Konzessionen besteht kein Anspruch auf Gewinnauszahlung nach deutschem Recht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf dieser Whitelist alle legalen Anbieter in Deutschland finden.

Gewinne beim staatlichen Lotto abholen

Wer im regulären Lotto gewinnt, kann seinen Gewinn je nach Höhe und Bundesland in Bar auszahlen lassen oder via Überweisung erhalten. Bei kleineren Gewinnen ist die Barauszahlung in einer der Lotto-Annahmestelle möglich. Die meisten Bundesländer haben die Barauszahlungsgrenze bei 500 Euro bis 1.000 Euro angesetzt. Ausreißer sind Bayern mit 2.500 Euro und Hessen mit 5.000 Euro. Wenn ein höherer Gewinn erzielt wird, ist die Auszahlung ausschließlich per Banküberweisung möglich. Dabei müssen die Gewinner selbst aktiv werden und ein „Zentralgewinn-Anforderungsformular“ einreichen (und natürlich die Spielquittung vorzeigen). Es gilt in der Regel eine dreijährige Frist, in welcher man seinen Gewinn noch einfordern kann. Wer seinen möchte, hat dafür also genau drei Jahre Zeit. Online-Spieler müssen währenddessen nichts weiter beachten – wer über das offizielle Online-Portal der Lottogesellschaften der Bundesländer spielt, erhält seinen Gewinn automatisch auf das im Portal hinterlegten Konto.

Bei Gewinnen ab 100.000 Euro können Gewinner zudem einen persönlichen Gewinnbetreuer zur Seite gestellt bekommen. Dieser hilft bei jeglichen Fragen rund um den Gewinn und unterstützt den Gewinner. Dabei kann auf Wunsch auch darauf eingegangen werden, wie die finanziellen Mittel im persönlichen Fall sinnvoll eingesetzt werden könnten. Tatsächlich „verlieren“ nicht wenige Lotto-Gewinner ihren Gewinn in nur wenigen Jahren vollständig. Ein zentraler Ratschlag generell ist es, den Gewinn geheimzuhalten, um sich selbst vor Manipulation durch andere zu schützen.

Fazit und Kritik

Klar wird: auch heute ist Lotto für viele Staaten ein willkommenes und praktisches Mittel, um mit Glücksspiel Geld zu erlangen. Auch in Deutschland hat das staatlich organisierte und monopolisierte Lotto nach wie vor seinen Platz. Wie schon im alten Preußen, gehen Teile des Gewinns an gemeinnützige Zwecke. Dennoch bleibt das staatliche Glücksspiel nicht ohne Kritik. Dabei geht es vor allem um Verwebungen von Politik und dem Glücksspielapparat, aber auch auftretenden Umverteilungseffekten, die beim staatlichen Lotto auftreten würden. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung aus dem Jahr 2008 zeigte zum Beispiel, dass Lotterien eine Form der „regressiven“ Besteuerung darstellen. Demnach nimmt die Beteiligung am Lottospiel mit steigendem monatlichem Einkommen klar ab. Die durch die Lotto-Einnahmen geförderten Einrichtungen in Kunst, Kultur und Sport erreichen zudem die Mehrheit der Lottospieler eher nicht. Ein schwieriger Umstand, der auch nach etlichen Jahren nicht gänzlich aufgearbeitet werden konnte. Wer Lotto spielt, sollte sich jedoch klar sein, dass seine tatsächlichen Gewinnchancen vernichtend gering ausfallen.

 

 

Wichtiger Hinweis: Spielteilnehmer müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben. Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe finden Sie unter www.check-dein-spiel.de. Gewinnwahrscheinlichkeit: 1:140 Mio. bei Lotto 6 aus 49 GK 1, 1:16 Mio. bei Lotto 6 aus 49 GK 2, 1:10 Mio. bei Spiel 77 und 1:95 Mio. bei EuroJackpot.

Johann von Ti
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