Augmented Reality – Die Erweiterte Realität

Unsere reale Welt wird mit digitalen Erweiterungen zur Spielwiese!

Augmented Reality ist nichts wirklich neues, schon länger existieren diesbezüglich zahlreiche kleine Programme und Anwendungen, die unsere reale Welt mit digitalen Inhalten erweitern: Große Möbelhäuser boten die Möglichkeit, via Foto einfach Möbel virtuell in die Wohnung einzufügen und schon mal einen ersten Blick auf die mögliche neue Inneneinrichtung zu werfen, während bestimmte Navigationsgeräte bereits virtuelle Bewegungspfeile und Hinweise auf ein Live-Bild auf dem Smartphone generieren. Das sind keine großen Steckenpferde, aber die Anfänge eine großen und vor allem markttauglichen Innovation in unserer modernen Welt. Die Möglichkeiten sind dabei, wie schon die Anfänge zeigen, sehr variabel, bereichern schon jetzt zahlreiche Aspekte unseres Lebens. Doch auch im Gaming hat sich die Augmented Reality einen festen Platz erkämpft. Doch alles ging schon viel früher los, als es jetzt den Anschein hat, denn auch vor Pokémon Go gab es Spiele, die auf Basis der gleichen Technik ähnliche Spielkonzepte boten – So berichtete ich schon 2013 über Ingress, welches „zufälligerweise“ von der gleichen Entwickler-Firma Niantic entwickelt wurde und schon viel länger die Ideen einer virtuell erweiterten Realität bot. Doch letztlich fehlte der Aufhänger, die die Massen auf den Plan rufen sollte, so wie es jetzt bei Pokémon Go der Fall ist. Dabei fühlt sich die Jagd nach den digitalen Monstern eher wie eine beschnittene Version von Ingress an, die dafür aber extrem populär ist, und das kurz nach Release. Der Grund sind tatsächlich nur die Pokémon und der damit verbundene Hype der Fans, der diese Technik nun beflügeln und für die breite Masse zugängliche machen sollte.

Augmented Reality - Möbelhäuser machten erste Schritte

AR und VR

Doch was genau ist denn diese Augmented Reality und was bedeutet diese für uns Gamer? Wie schon angemerkt wird unsere reale Welt durch digitale Inhalte erweitert. So wird aus einem normalen Park oder einer Einkaufsstraße ein Jagdgebiet für Pokémon, die man plötzlich überall finden kann. Anderen Konzepte wie die Google Glass verfolgen andere Ansätze und bieten übe eine Brille mit Mikrodisplay und Kamera sowie einer Steuerung via Spracheingabe die Möglichkeit, den Träger mit Informationen seiner Umgebung zu versorgen. Dafür wäre die Brille mit dem Internet verbunden und würde sich aus diversen großen Datenbanken bedienen, womit neue Möglichkeiten der Navigation als auch Kommunikation möglich sind. Hier ist die Rede von spontanen Video-Konferenzen oder Live-Übertragungen aus Sicht des Trägers einer solchen Brille. Für uns Gamer ist die Augmented Reality ein früher Einblick in die Zukunft des gesamten VR-Sektors, der mehr und mehr unser Leben bestimmten wird. Während die „herkömmliche“ virtuelle Realität jedoch eine vollständige virtuelle Welt schafft, in die sich der Nutzer begibt, wird bei der Augmented Reality eben die reale Welt erweitert, was zunächst einfacher funktioniert.Die Gründe dafür sind logisch: Unsere reale Welt zu erweitern, also mit bestimmten zusätzlichen, digitalen Inhalten zu bestücken, ist weit weniger aufwändig, als ganze neue Welten auf digitaler Basis zu schaffen. Dennoch gehören Beide Spektren nahe zueinander und für uns Gamer werden beide Formen interessant sein. Denn die Augmented Reality wird meiner Meinung nach mit der Zeit ausgefallener und umfangreicher werden, sich der virtuellen Realität annähern, zumindest in manchen Bereichen.

Google Glass - Augmented Reality

Große Möglichkeiten

Der Vorteil der digitalen Erweiterung der Umwelt liegt aber neben der Tatsache, dass diese technisch einfach leichter zu realisieren und so viel mehr Menschen zugänglich zu machen ist, auch in den Faktoren der im Alltag anwendungsfreundlichen Nutzungsmöglichkeiten. Moderen VR-Brillen von hoger Qualität benötigen Sensoren, die statisch befestigt werden müssen. Weiterhin sind Träger natürlich auf eine klare Lokalität begrenzt, in der sie sich bewegen können. Logisch, denn man bewegt sich nicht mehr in der realen Welt, sondern tritt in die digitale über. Das hat zwar weit mehr Möglichkeiten in der Schaffung bestimmter Gegebenheiten und eben auch komplexerer Spiele, ist am Ende aber auch Aufwändig und die Technik steckt zudem noch in den Kinderschuhe. Anders sieht es schon bei der Augmented Reality aus, die Spieler meist animiert, die Umwelt aktiv zu nutzen. In Pokémon Go werden Spieler eben angehalten, ihre Umgebung zu begehen und eben jene kleinen Monster zu fangen. Der positive Effekt: Zahllose User machen sich, ihrer generellen Gewohnheit zum Trotz, auf den Weg durch ihre Stadt und unternehmen lange „Spaziergänge“ oder Radtouren. Die Ziele klar: Durch die virtuellen Ergänzungen ist selbst das langweiligste Dorf plötzlich um zahlreiche Attraktionen reicher, der Spieler begibt sich in der realen Welt auf eine Reise, die durch digitale Inhalte gestützt wird. Das ist eine erstaunliche Entwicklung, der man solche Popularität vermutlich vor ein paar Jahren noch sicher abgesprochen hätte. Der Nachteil ist lediglich die Tatsache, dass die Vermischung von digitaler und „Echter Welt“ den Spieler ablenken können. Anders als in der virtuellen Realität ist der User nämlich nicht lokal begrenzt, wird sogar dazu angehalten, sich aktiv zu bewegen. Doch die echte Welt bleibt natürlich bestehen, ist kein gesicherter Raum und man muss hier eben aufpassen. Besonders im Verkehr sind Ablenkungen durchs Smartphone schon heute enorm, der Faktor Augmented Reality kommt dann noch hinzu. Pokemon Go - Augmented Reality

Fazit

Dennoch gehört besonders die nahe Zukunft klar der Augmented Reality, die neben dem Gaming schon heute zahlreiche Aufgabenbereiche abdeckt. Anwendungen in der Industrie, Medizin und eben auch Unterhaltung werden zukünftig mehr Platz einnehmen – Daran habe ich keinen Zweifel. Das eine so alte „Marke“ wie eben Pokémon nun die Träger dieser neuen Technik sind, ist irgendwie komisch, besonders wenn man bedenkt, dass die Technik und das Konzept dahinter schon lange existieren.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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