Oculus Rift – Datenschutzrichtlinien von Facebook sind problematisch

Ständiges sammeln von Daten und Rechte auf Nutzung von von Usern erstellten Inhalten – Keine schönen Aussichten!

Schon als der Kauf des ambitionierten VR-Projekts durch Facebook bekannt wurde, hatte ich bedenken, dass der positive Kurs der Oculus Rift extrem beeinträchtigt werden könnte. Und wenn man sich nun ein paar Abschnitte der Nutzungsbedingungen der VR-Brille anschaut, scheinen sich diese Sorgen zu bestätigen; ein Programm im Hintergrund soll fleißig Daten an Facebook liefern und einige Klauseln die kreativen Nutzungsrechte an von Usern erstellten Inhalten absprechen. Doch machen wir mal langsam und werden konkret.

Oculus Rift - Oculus Home

Nutzungsoberfläche Oculus Home

Benutzer der Oculus Rift werden einen Prozess mit dem Namen „OVRServer_x64.exe“ auf dem Rechner in Gang setzten, welcher immer im Hintergrund laufen und dabei erkennen soll, ob die Rift ein- oder ausgeschaltet ist, um dementsprechende die Nutzungsoberfläche Oculus Home zu starten. Doch verbirgt sich dahinter viel mehr, zumindest sprechen die Benutzerbedingungen diesbezüglich eine klare Sprache. Demnach dürften bei Nutzung der Oculus Rift Daten erhoben und gesammelt werden, welche man dann gezielt auswerten und nutzen dürfte. Wann und wo nutze ich welche Inhalte der Rift und sogar die Bewegungen im virtuellen Raum sollen erfasst werden. Hier die grobe Übersicht:

Je nachdem, wie sie auf unsere Dienste zugreifen und sie nutzen, könnten wir Informationen wie folgende sammeln:

– Informationen über ihre Interaktionen mit unseren Diensten, wie Informationen über die Spiele, Inhalte, Apps oder andere Erlebnisse, mit denen sie interagieren, sowie Informationen, die mit oder durch Cookies, lokalen Speicher, Pixels oder ähnliche Technologien gesammelt werden (zusätzliche Informationen über diese Technologien sind verfügbar unter https://www.oculus.com/en-us/cookies-pixels-and-other-technologies/);

– Informationen darüber, wie sie unsere Dienste nutzen, inklusive Informationen über die Art des Geräts, das Sie nutzen (wie etwa ein Headset, ein PC oder ein mobiles Gerät), ihr Browser oder Betriebssystem, ihre Internet-Protokoll-Adresse (IP) sowie bestimmte Identifikatoren, die auf unsere Dienste beschränkt sein könnten;

– Informationen über die Spiele, Inhalte oder andere auf ihrem Gerät installierten Apps, die von unseren Diensten bereitgestellt werden, darunter auch solche von Third Parties;

– Ortsinfomationen, welche aus Informationen wie der IP-Adresse ihres Geräts abgeleitet werden können. Falls sie ein mobiles Gerät nutzen, könnten wir Informationen über den präzisen Standort des Geräts sammeln, welche durch Quellen wie dem GPS-Signal des Geräts sowie Informationen über nahegelegene Wifi-Netzwerke und Mobilfunkmasten bestimmt wird; und

– Informationen über ihre physikalischen Bewegungen und Maße, wenn Sie ein Virtual-Reality-Headset benutzen.“

Ziel dieser Erfassung dürfte vor allem maßgeschneiderte Werbung sein, welche den Nutzern der Rift in den digitalen Welten zugeführt werden soll. Das ist recht makaber, weil schon bevor die eigentliche virtuelle Realität die Menschen erreicht hat, sie schon für Werbung optimiert wird, vor der ich gerne verschont geblieben wäre. Durch die Erfassung der Nutzerdaten soll diese Werbung dann noch ganz individuell angepasst werden, und das vermutlich nicht nur inhaltlich, sondern auch von der Art der Werbung selbst. Ingorieren wir eine bestimmte Werbeform oder Postion der Werbeeinblendung in den digitalen „Welten“, könnte dieses solange angepasst werden, bis eine angemessene Reaktion folgt. Ziemlich pervers.

 

Der nächste Punkt, der allen Nutzern schwer im Magen liegen sollte: Facebook hält sich die Nutzungsrechte bei kreativen Projekten vor, die mithilfe der Brille erstellt wurden. Erschaffe ich also mit der Brille eine Zeichnung, so erhält Oculus die Rechte, diese ohne Zustimmung des Erstellers für die eigene Werbung zu nutzen. Ähnliche Paragrafen gelten für WhatsApp und Facebook, zum Beispiel mit verschickten oder online gestellten Bildern – Na danke.

Das zeigt in meinen Augen ganz deutlich, welche negativen Folgen die Oculus Rift mit der Übernahme durch Facebook ereilten. Die Frage wird aber sein, wie genau es bei der HTC Vive aussieht, denn hier ist auch noch nicht zu 100% geklärt, wie das Sammeln von Nutzerdaten geregelt ist. Doch in jedem Falle sind die Bedingungen für Nutzer der Rift untragbar und man kann nur hoffen, dass bald diverse Tools veröffentlicht werden, die das Sammeln von Daten ohne Einschränkung der Nutzung der Brille verhindern.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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