YouTube Red angekündigt – Was bringt das neue Bezahl-YouTube?

In Zukunft bietet YouTube auch einen Bezahldienst bereit, welcher monatliche Beiträge verlangt und auf Werbung wie exklusive Inhalte setzt!

YouTube hat nun offiziell seinen neuen Bezahldienst YouTube Red vorgestellt, welcher neben Werbefreien Videos auch exklusive Inhalte bieten soll und eine monatliche Gebühr verlangt. Das man damit nicht unbedingt den Nerv der Community trifft, sollte jedem klar sein, denn YouTube stand seit jeher als kostenfreie Plattform, die erst nach und nach durch Werbung innerhalb der Videos kommerzialisiert wurde. Dank Werbeblocker habe ich von der Werbung in den Videos zum Glück noch nicht viel mitbekommen, weiterhin bevorzuge ich YouTuber, die darauf verzichten (nicht weil ich generell gegen Werbung wäre, sondern fast alle YouTuber mit Werbung für mich völlig uninteressant geworden sind, weil sie nicht mehr aus Leidenschaft sondern Gewinnerzielung Videos machen, was man leider deutlich merkt). Doch davon ist ja jetzt nicht die Rede, sondern vom neuen Bezahldienst; Was erwartet uns denn da?

Es kommt ein Abo-Modell

Ob man es glaubt oder nicht; YouTube verzeichnete in den letzten Jahren zwar unglaubliche Einnahmen, konnte aber kaum Gewinne erzielen, da die Bereitstellung und Wartung der Server für die unglaubliche Datenlast der täglich neu hochgeladenen Videos riesige Summen verschlingt. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen des größten Videos-Dienstes der Welt einen neuen Kurs einschlägt, und diese scheint nun ein Abo-Modell zu sein, welches als Youtube Red zunächst in den USA und später auch in Deutschland angeboten werden soll.

Was uns erwartet

Bei YouTube Red fallen monatlich kosten von 10 US-Dollar (in Deutschland vermute ich, wird man es gleichfalls auf 10 Euro festlegen) und ermöglicht es Abonnenten Videos auf YouTube ohne jegliche Werbeeinspielungen anzuschauen und sogar zu speichern, um diese später offline schauen zu können. Auch soll es möglich sein lediglich den Sound eines Videos abzuspielen (bei Musik Videos zum Beispiel), damit man zum einen Ladezeiten (und Kapazitäten bei mobilem Internet) spart und zum anderen auch neben der Musik andere Anwendungen zu nutzen. Damit wird klar; YouTube Red kann Geräteübergreifend genutzt werden und steht für den PC, Laptops, Tablets und Handys gleichermaßen zur Verfügung. Nebenher erhält man mit einem Abo von YouTube Red auch Zugang zu Google Play Music (kostete in der Vergangenheit auch 10 US-Dollar), was das streamen von Millionen Musikstücken ermöglicht – Damit macht man anderen Streaming-Diensten direkt Konkurrenz und das eigene Angebot attraktiver. Nebenher sind allerlei Exklusiv Inhalte geplant, die weniger klassische TV-Serien entsprechen, sondern Projekte mit großen YouTubern werden sollen. Demnach werden ganz neue Formate geschaffen, die von YouTube-Größen gezogen werden sollen (naja, ich weiß ja nicht). Eine Horror Doku mit PewDiePie soll zum Beispiel von dem The Walking Dead Schöpfer Rover Kirkman geschaffen werden, andere YouTube Red Shows sind bereits geplant und hier ersichtlich (ich fand nichts wirklich interessant, besonders mit dem Gedanken, dafür monatlich Geld barappen zu müssen).

YouTube bleibt bestehen, Künstler werden benachteiligt

Doch während man all diese Punkte doch noch ganz gut akzeptieren könnte, immerhin soll das kostenfreie und durch Werbung finanzierte YouTube weiterhin bestehen bleiben, wird es schwierig für alle YouTuber, die weiterhin Werbung schalten wollen aber auf YouTube Red verzichten möchten. Das geht nämlich nicht mehr, denn wer sich weigert die neuen Reglungen von YouTube Red zu unterstützen, geht das Risiko ein, dass die bisher veröffentlicht Videos privat gestellt werden, was für die User einer Löschung gleichkommen würde. Mit YouTube Red werden demnach einige große YouTuber aus dem Angebot des kostenfreien YouTubes verschwinden und exklusiv für YouTube Red tätig sein. Ein weitere Kritikpunkt vieler Videoersteller ist die Höhe der geplanten Beteiligung der monatlichen Einnahmen durch die Videos, welche bei 55 Prozent liegt. Das ist deutlich unter den Prozentsätzen anderer Anbieter wie Apple Music und Spotify, die Künstlern um die 70 Prozent zugestehen. Auch werden die Gewinne vermutlich nicht durch Klicks verteilt, sondern durch die angesehene Laufzeit der Videos, was lange Videos deutlich bevorzugt. Demnach haben YouTuber mit kurzen Videos das Nachsehen, da sie am Ende einfach weniger Beteiligt werden.

Fazit

Ich finde den Ansatz von YouTube Red nicht grundlegend schlecht, kann aber die Methoden und die Ausrichtung des Dienstes nur verurteilen. Statt einen kostenpflichtige Alternative zum herkömmlichen YouTube zu schaffen, versucht man die ganz Plattform samt der Community auf biegen und brechen ins das neue System zu zwängen. Ich halte die geplanten exklusiv Inhalte in Serien Form von großen YouTubern für völligen Irrsinn, nimmt der doch die letzte Hürde, die zwischen der heutigen TV-Landschaft und YouTube liegt. Wer glaubt, dass damit Kreativität und Unterhaltungswert steigen, ist vermutlich auch mit RTL und Co. zufrieden. Ich sehe, dass man mit YouTube Red die Größen auf YouTube größer macht und die kleinen der Bedeutungslosigkeit preisgibt, da sie kaum noch die Möglichkeit haben, gegen das neue System Content zu liefern. Ich will nicht, dass Videos allein mit dem Ziel Gewinne zu erzielen produziert werden, denn genau da liegt für mich das Problem beim Fernsehen; Einheitsbrei der mich in keiner Weise mehr interessiert oder fesselt. Sollte es nun auf YouTube in der gleichen Weise weitergehen (diese Prozess hat schon lange begonnen, auf YouTube findet man immer mehr Müll, der auch noch als besonders toll hervorgehoben wird), wird YouTube für mich in die Bedeutungslosigkeit verfallen, was vielleicht Tür und Angel für neue und junge Dienste öffnet, die die Bresche füllen könnten.

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Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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