Crusher Evo von Skullcandy im Test

Dargestellt sind die eingeklappten Crusher Evo Kopfhörer von Skullcandy.

Egal ob unterwegs oder zu Hause – gute Kopfhörer sorgen für den richtigen Hörgenuss, wenn wir Musik lauschen, Filme schauen oder uns in fantastische Videospielwelten begeben. Doch wer sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt und verschiedene Kopfhörer ausprobiert, wird feststellen, wie wichtig es ist, das richtige Paar für sich zu finden. Für diesen Test wurden mir die Skullcandy Crusher Evo zur Verfügung gestellt und ich werde in den folgenden Zeilen berichten, ob die Kopfhörer unseren Ohren wirklich schmeicheln.

Die Crusher Evo

Ein hervorstechendes Merkmal der Over-Ear-Kopfhörer von Skullcandy ist der „Sensory Haptic Bass“. Mithilfe eines Schiebereglers an den Bluetooth Kopfhörern können wir spürbare Vibrationen aktivieren. Durch die App sollen wir zudem das Klangerlebnis der Crusher Evo individualisieren können. Bei voller Akkuladung sollen die Kopfhörer bis zu 40 Stunden durchhalten, während 10 Minuten Ladezeit bereits für drei Stunden Hörgenuss sorgen sollen (dazu mehr in Abschnitt Akkulaufzeit).

Die unverbindliche Preisempfehlung der Kopfhörer liegt bei 169,99 Euro. Neben den Kopfhörern erhalten Käufer zusätzlich ein 3,5mm AUX-Kabel zum kabelgebundenen Betrieb der Kopfhörer, ein USB-Ladekabel (aber kein Netzteil!) sowie eine gefütterte Transporttasche.

Zu sehen ist der Inhalt der Crusher Evo – neben den Kopfhörern liegt eine wattierte Tragetasche bei, sowie ein USB-C-Ladekabel und ein AUX-Kabel.

Die Kopfhörer passen perfekt in die wattierte Tragetasche und können so sicher transportiert werden. Das Ladekabel ist ein USB-A-auf-USB-C-Ladekabel und ermöglicht das Schnellladen der Kopfhörer. Mit dem AUX-Kabel können wir die Kopfhörer kabelgebunden nutzen, auch wenn der Akku schlapp macht.

Design

Kommen wir zunächst auf das offensichtlichste Thema zu sprechen: das Design. Optisch müssen sich die Crusher Evo nicht verstecken. Der erste Eindruck ist in meinen Augen positiv – die eher massig wirkenden Kopfhörer sind zwar vor allem aus griffigem Kunststoff gefertigt, wirken aber dennoch hochwertig und sind sauber verarbeitet. Mit 312 g haben die Kopfhörer durchaus ein Gewicht und fallen etwas schwerer aus, als die meisten Konkurrenzmodelle – negativ fiel mir dies aber nicht auf. Bassregler und Knöpfe sind an den Schalen und lassen sich leicht und intuitiv bedienen.

Insgesamt verfolgt Skullcandy bei den Crusher Evo ein portables Design – wir können die Schalen einklappen, sodass die Kopfhörer sicher und platzsparend in der beiliegenden Tasche transportiert werden können. Zusätzlich lassen sich die Schalen schwenken und leicht kippen, um die Trageeigenschaften der Kopfhörer schnell für uns anpassen zu können. Auch die Größeneinstellung ist vorbildlich – der biegsame Bügel lässt hier eine große Varianz zu, sodass schmale als auch breitere Köpfe bedacht werden. Die Kopfhörer liegen dabei fest an, ohne aber störend zu drücken. Lediglich die Polsterung am Kopfband könnte etwas weicher sein – hier wurde mit einer Art Gummierung gearbeitet, die zwar weich und elastisch ist, aber etwas dicker hätte sein können. Die Schalen sind wiederum ideal gepolstert. Rutschgefahr besteht bei normaler Nutzung nicht, dennoch sitzen die Hörer nicht Bombenfest – ein kurzer Sprint ist also drinnen, zum Joggen würde ich sie eher nicht empfehlen.

Zu sehen sind die Crusher Evo Kopfhörer – die Ohrmuscheln sind zum Teil eingeklappt, sodass die Kopfhörer leicht in die Transporttasche passen.

Die Ohrmuscheln lassen sich leicht schwenken, drehen und einklappen. Dadurch können die Kopfhörer leicht für den Transport angepasst werden.

Gerätesteuerung

Die Crusher Evo nutzen für die Funkübertragung den Bluetooth-Standard 5.0, wodurch moderne Android- als auch iOS-Geräte stabile Verbindungen aufbauen sollten. Ich habe das ganze mit einem S20 Plus und S21 Plus getestet und konnte keinerlei Probleme feststellen. Die Geräte werden durch das halten der Power-Taste an der Linken Schale gekoppelt. Sobald die Verbindung aufgebaut wurde, können wir die Kopfhörer leicht über drei Tasten an der rechten Schale steuern. Durch das Drücken der mittleren Taste stoppen wir die Wiedergabe oder nehmen Telefonate an bzw. beenden diese. Die Lautstärke lässt sich jeweils mit der oberen und unteren Taste regeln. Halten wir die Lautstärke Taste gedrückt, könne wir bei „Plus“ vorspringen, bei „Minus“ zurückspringen. Das Ganze ist sauber umgesetzt und erlaubt nach kurzer Eingewöhnung eine saubere Bedienung der Kopfhörer.

Über die linke Schale könne wir via Schieberegler stufenlos den „Sensory Haptic Bass“ einstellen. Das Feature versteht sich als eine Art Bass-Verstärker und nutzt Virbrationsmuster – ergo werden die Kopfhörer bei höchster Einstellung ordentlich durchgeschüttelt. Der Schieberegler erlaubt dabei tatsächlich eine unkomplizierte Feineinstellung des Features – wie sinnvoll oder gut das „Gerüttel“ ist, besprechen wir im Abschnitt Sound.

Zu sehen sind die Crusher Evo Kopfhörer mit dem Fokus auf die Bedientasten an den Schalen. Auf der rechten Seite sind drei Knöpfe übereinander angeordnet, der in der Mitte hat eine Vertiefung. Auf der linken Seite ist eine kleine, schmale Power-Taste zu sehen. Darunter befindet sich der Schieberegler für den haptischen Bass-Verstärker.

Das Konzept der Bedientasten ist durchdacht. Schnell können über die Tasten alle nötigen Aktionen durchgeführt werden. Fehleingaben sind kaum möglich.

Sound

Der wichtigste Aspekt von Kopfhörern ist natürlich die Soundqualität – dieser Aspekt ist extrem subjektiv, dennoch lassen sich natürlich klare Qualitätsmerkmale feststellen. Die Crusher Evo klingen zunächst eher hell und kühl – die Höhen sind klar, die Mitten meist detailliert. Insgesamt bieten die Kopfhörer (je nach Song) einen recht abgerundet wirkenden Grundklang, wobei tiefere Frequenzen in manchen Stücken deutlich zu kurz kommen. Insgesamt fehlt es dem Klang etwas an Kraft und Dynamik.

Wird der „Sensory Haptic Bass“ aktiviert, ändert sich das Klangerlebnis noch mal deutlich: mit aktivierten Bassregler bieten die Crusher Evo plötzlich einen deutlich wärmeres Klangbild. Die Basswiedergabe ist druckvoll und massiv. Jedoch ist der Spaß für meine Ohren nur in niedrigster Einstellung zu genießen – ist der Bassregler zu hoch eingestellt, verliert der Bass sehr schnell an Präzision und neigt dazu, die Mitten zu überdecken. Zudem können die Vibrationsmuster je nach Song arrhythmisch werden, was das Hörerlebnis deutlich schmälert. Auf niedriger Stufe funktioniert das Feature für mich jedoch sehr gut. Dabei sei angemerkt, dass der Bassregler je nach Song schnell angepasst werden kann, was durchaus notwendig werden kann.

Auch fürs Gaming sind die Kopfhörer geeignet, wobei hier noch mal besonders auf die Einstellung des Bassreglers geachtet werden muss – je nach Spiel rütteln die Kopfhörer nämlich mächtig, was in längeren Sessions nicht wirklich sinnvoll ist. Ist die richtige Einstellung jedoch gefunden, können wir mit den Crusher Evo auch in virtuellen Welten echten Hörspaß haben.

Weniger überzeugend sind die Kopfhörer in Sachen Telefonie: zwar sind Gespräche verständlich, besonders die eigene Stimme wird jedoch von einem permanenten Grundrauschen begleitet. Für längere Gespräche eher nicht zu empfehlen, da es zumindest mir schnell unangenehm wurde.

App

Für die Cursher Evo steht eine kostenlose App zur Verfügung – die Kopfhörer funktionieren aber auch ohne die App problemlos. Mithilfe der App können wir die Kopfhörer noch weiter individualisieren und Feinabstimmungen vornehmen.

Zunächst zur Installation – ich habe die App auf einem S 20 Plus ausprobiert. Die Bewertungen im PlayStore prangern zum Teil an, dass die Kopfhörer nicht gefunden werden und die App somit unbrauchbar wäre. Ich kann dies nicht bestätigen – zumindest bei meinem Test funktioniert alles. Dennoch wurden die Kopfhörer bei der „Gerätesuche“ zunächst nicht angezeigt – ich klickte dann auf den Reiter „Ihre Gerät wird nicht angezeigt?“ und kurz darauf waren die Kopfhörer verbunden.

Die aufgeräumt und modern wirkende App bietet dann zunächst drei Equalizer-Presets:

  • Musik-Modus: Der Standardmodus, solange wir keine anderen Einstellungen vornehmen. Dieser Modus soll einen ausgewogenen Klang bieten.

  • Podcast-Modus: Der Bass wird reduziert, Stimmen werden hervorgehoben.

  • Film-Modus: Mitten als auch der Bass werden verstärkt.

Über persönliche Hörprofile können wir wiederum weitere Feinabstimmungen für unser Gehör vornehmen. Skullcandy greift dabei auf „Personal Sound“ des schwedischen Unternehmens Audiodo zurück. Mithilfe eines kurzen Audiotests können wir dann verschiedene Soundprofile anlegen. Ohne Probleme können wir dann zwischen den verschiedenen Profilen wechseln oder den „normalen“ Sound aktivieren – das ist ideal, um die Profile im direkten Hörvergleich auf Tauglichkeit zu prüfen – sehr gut! Ebenfalls bemerkenswert: das gewählte Soundprofil wird auf den Kopfhörern gespeichert. Wird ein Profil über die App aktiviert, ist es also aktiv, auch wenn wir die App nicht nutzen oder die Kopfhörer zwischendurch ausgeschaltet haben. Wollen wir das Soundprofil dann wieder wechseln, müssen wir das allerdings über die App machen.

Zu sehen sind zwei nebeneinander gelegte Screenshots der Skullcandy App. Auf der linken Seite sehen wir unsere verbundenen Kopfhörer, die Lautstärke, den Akku-Stand und die Soundprofile. Auf der rechten Seite sind alle Abschnitte des Benutzerhandbuch übersichtlich dargestellt.

Mithilfe der App können wir eigene Soundprofile anlegen, was die Soundqualität der Crusher Evo tatsächlich positiv beeinflussen kann. Dennoch bleibt die App rein optional.

Ansonsten bietet die App nicht viel mehr – bei Bedarf kann man seine Kopfhörer über die App registrieren, das digitale Handbuch einsehen oder Kontakt mit dem Kundensupport aufnehmen. Alles in allem ist die App eine nette Dreingabe – wer ein wenig experimentiert, kann über die Soundprofile tatsächlich ein besseres (bzw. besser auf sich abgestimmtes) Klangerlebnis herauskitzeln. Super ist, dass das ausgewählte Profil auf den Kopfhörern gespeichert ist, sodass wir die App lediglich zum erstellen und wechseln der Profile nutzen müssen. Auch dass die App ansonsten rein optional ist und die Kopfhörer auch ohne entspannt genutzt werden können, möchte ich hier noch mal positiv anmerken.

Akkulaufzeit

Versprochen werden 40 Stunden Akkulaufzeit – tatsächlich wird hier mehr geliefert! Im Praxistest konnte ich locker über 50 Stunden hören, bevor die Cursher Evo aufgeladen werden mussten. Verzichtet man auf den „Sensory Haptic Bass“, erhöht sich die Laufzeit sogar auf knapp 70 Stunden – damit können die Kopfhörer auch auf längeren Reisen gut genutzt werden. Auch das Aufladen klappt hervorragend – nach 10 Minuten Ladezeit können wir die Kopfhörer wieder entspannt drei bis vier Stunden kabellos nutzen.

Mithilfe des AUX-Kabels können wir die Kopfhörer auch nutzen, wenn der Akku leer oder Bluetooth nicht verfügbar ist – großartig!

Fazit

Die Crusher Evo von Skullcandy bieten ein überzeugendes Gesamtkonzept, bei dem nur wenige Abstriche gemacht werden müssen. Besonders die enorme Akkulaufzeit in Verbindung mit der effektiven Schnellladefunktion überzeugt auf ganzer Linie. Und falls tatsächlich mal der Saft ausgeht, können wir mithilfe des AUX-Kabels entspannt weiter hören.

Auch klanglich sind die Kopfhörer stark, wobei hier der Bassverstärker leicht hinzu geschaltet werden sollte. Leider ist der „Sensory Haptic Bass“ sehr vom jeweiligen Song abhängig, sodass man durchaus genötigt wird, den Regler immer mal wieder anzupassen – nicht ganz ideal. Dafür überzeugen die Hörprofile: wer hier ein wenig experimentiert, verbessert das Klangerlebnis merklich. Zudem lassen sich verschiedene Profile anlegen und entspannt über die App wechseln. Lediglich für die Telefonie sind die Kopfhörer weniger geeignet.

Die Handhabung über die Knöpfe und den Schieberegler ist intuitiv und gut gelöst. Fehleingaben sind kaum möglich, während der Bassregler schnelle Feineinstellung ermöglicht. Der Tragekomfort ist insgesamt gut, wobei die Polsterung an einigen Stellen besser sein könnte.

Wer sich mit dem „Sensory Haptic Bass“ anfreunden kann, erhält hier robuste Bluetooth-Kopfhörer, die einen tollen Klang bieten, lange durchhalten und einige Feineinstellungen zulassen.

Johann von Ti
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