Skullcandy Headset SLYR im Test

Zu sehen ist das SLYR Headset. Das Headset liegt auf einem Tisch. Daneben sind ein Controller, eine Maus, eine Tastatur und ein Smartphone angeordnet. Hervorgehoben wird das gelbe AUX Kabel.

Skullcandy meldet sich mit einer Auswahl neuer Headsets auf dem Gaming-Markt zurück und verspricht preiswerte Modelle für Gamer. Gleich drei Headsets schickt Skullcandy dabei ins rennen. Darunter die kabelgebundenen SLYR und SLYR Pro sowie das kabellose Flaggschiff PLYR. Für diesen Test wurde mir das SLYR kostenfrei zur Verfügung gestellt und ich werde in diesem Beitrag aufzeigen, ob Skullcandy seine Versprechen an Gamer halten kann.

Das Skullcandy SLYR Headset

Das SLYR von Skullcandy wird als kabelgebundenes Multiplattform-Gaming-Headset vermarktet, welches Gamern ein hochwertiges Klangerlebnis bieten und mit einem funktionalen Mikrofon aufwarten soll. Über integrierte Bedienelemente soll zudem eine leichte Handhabung gewährleistet werden, mit welcher auch in hitzigen Games das Hörerlebnis entspannt angepasst werden kann.

Die unverbindliche Preisempfehlung des „Einsteiger-Modells“ SLYR liegt bei 59,99 Euro. Das Headset wird mit einem 3,5mm AUX-Kabel samt Splitter für In- und Output geliefert, sodass es an alles mit entsprechenden Buchsen angeschlossen werden kann. Das Mikrofon kann angesteckt werden.

Design und Tragekomfort

Der optische Ersteindruck fällt beim SLYR positiv aus. Das Headset wirkt elegant schlicht, kann jedoch mit seinen bunten Designelementen schöne Akzente setzen. Auch in der Hand überzeugt das SLYR – obwohl das Headset vollständig aus Plastik besteht, fühlt es sich hochwertig an und wirkt sehr sauber verarbeitet. Einzig die Drehscharniere sind ein wenig zu locker, was jedoch keinen großen Einfluss auf den Tragekomfort selbst hat.

Dafür überzeugen die Ohrmuscheln auf ganzer Linie. Diese lassen sich leicht kippen und verfügen über eine „Memory“-Schaumstoff-Polsterung, welche sich perfekt an die Kopfform anpasst und so ein sehr angenehmes Trageerlebnis ermöglicht. Tatsächlich ist es überraschend, wie angenehm sich dieses Material anfühlt und wie gut die beworbene „Memory“-Eigenschaft funktioniert. Drücken wir die Polsterung Beispielweise mit dem Finger ein, kann man gut beobachten, wie lange das Material benötigt, um wieder in seine Ausgangsposition zurückzugehen. Das Material ist dabei ausreichend dick, sodass es angenehm sitzt und zugleich für eine gute Abschirmung sorgt. Laute Umgebungsgeräusche werden entsprechend verlässlich gefiltert, sodass wir uns ganz auf unser Gaming-Erlebnis konzentrieren können.

Zu sehen ist das SLYR Headset. Die rechte Ohrmuschel liegt auf dem Tisch, die linke Ohrmuschel zeigt nach oben. Die dicke Polsterung der Ohrmuschel ist auf dem Bild deutlich zu sehen, ebenso die dünnere Kopfband-Polsterung.

Die Polsterung der Ohrmuschel des SLYR ist wirklich gut – das dicke, sich der Kopfform anpassende Material ist angenehm zu tragen und isoliert Störgeräusche. Etwas zu dünn fällt die Kopfband-Polsterung aus, sodass sich längeres Tragen mit einem leichten Druckgefühl bemerkbar macht.

Wie schon beim Crusher Evo gibt es jedoch noch Aufholbedarf bei der Polsterung des Kopfbands. Auch hier wurde eine Art Schaumstoff verwendet, dieser fällt aber zu dünn aus und/oder besitzt nicht die polsternde Eigenschaft des Ohrmuschel-Materials. Dadurch entsteht ein leichtes Druckgefühl am Kopf, welches bei längeren Sessions durchaus unangenehm werden kann. Abhilfe schafft eine kleine Nachjustierung des Headsets – sicherlich kein Beinbruch, ideal ist das aber nicht.

Soundqualität

Skullcandy wirbt beim SLYR mit dem hauseigenen „Supreme Sound“. Dabei soll das Hörerlebnis mithilfe von „Audio-Tuning-Prozessen“ verbessert werden. Und tatsächlich bietet das SLYR ein angenehmes und detailliertes Klangerlebnis, welches sich in diesem Preissegment durchaus sehen lassen kann. Die Soundsignatur ist V-förmig (mehr zu Soundsignaturen im allgemeinen findet Ihr hier) und bietet recht kräftige Bässe sowie solide Mitten und Höhen.

Dieses V-förmig Klangbild bietet eine herausragende Grundlage für Gaming. In Shootern können Schritte gut gehört und zugeordnet werden, während Explosionen und Schüsse satt und wuchtig klingen. Getestet habe ich vor allem im Spiel „Hunt: Showdown, in welchem das Hören zu einem der zentralen Gameplay-Elemente gehört und hier hat sich das SLYR wirklich fantastisch geschlagen.

Wer mit dem Headset Musik hören will, kommt zwar ebenfalls auf seine Kosten. Das generelle Klangerlebnis ist auch hier solide – bei einigen Songs kommen die Kopfhörer jedoch an ihre Grenzen und der Gaming-Fokus macht sich klar bemerkbar.

Mikrofon und Gerätesteuerung

Das SLYR verfügt über ein abnehmbares bi-direktionales Bügelmikrofon. Leider ist das Mikrofon sehr steif und lässt sich nicht wirklich einstellen – die Entfernung zum Mund ist also festgelegt und kann nicht einfach nachjustiert werden – unpraktisch. Weiterhin fehlt ein Popschutz am Mikrofon, sodass es anfälliger für einige Störgeräusche (Wiedergabe von Atemgeräuschen etc.) ist. Dennoch ist die generelle Qualität der Stimmwiedergabe gut – man ist klar und verständlich zu hören, sodass Du Spiele mit Kommunikationsfokus bedenkenlos zocken kannst. Die Stimme wird dabei recht hell wiedergegeben, was zu einem natürlichen Klangbild führt.

Getestet wurde auf TeamSpeak, wobei dortige Hilfsmittel wie „Hintergrundgeräusche entfernen“, „Echo Dämpfung“ sowie „Ducking“ aktiviert waren. Alles in allem ist das Mikrofon wirklich gut und kann in diesem Preissegment nicht nur überzeugen, sondern platziert sich im oberen Qualitätsspektrum – sehr gut!

Ebenfalls erwähnenswert: das Mikrofon verfügt über eine kleine LED, welche ein optisches Signal bezüglich der aktiven Stummschaltung ausgibt. Haben wir uns gemutet, leuchtet das kleine LED am Kopf des Mikrofons rot. Das ist eine clevere Kleinigkeit, die bei kabelgebundenen Headsets eher selten ist und ich in dieser Form noch nie gesehen habe. Im Alltag auf jeden Fall praktisch und eine weitere Eigenschaft, mit welcher sich das SLYR von der Konkurrenz abheben kann – coole Sache!

Die Mute-Taste ist auf der linken Ohrmuschel zu finden, wobei die untere Hälfte der Außenseite eine große „Schaltfläche“ bildet. Diese lässt sich dadurch natürlich sehr leicht ansteuern und mutet uns verlässlich. Wer sich also schnell mal stumm schalten und danach mit den Kollegen weiter quatschen will, wird hier glücklich werden.

Zu sehen ist das SLYR Headset. Die recht Ohrmuschel liegt auf einem Tisch, während die linke Ohrmuschel nach oben zeigt. Auf der Oberseite der linken Ohrmuschel ist in der unteren Hälfte die große Mute-Schaltfläche zu sehen. Darunter ist ebenfalls das kleine Rädchen zur Lautstärke-Anpassung zu sehen.

Die Gerätesteuerung ist clever gelöst, wobei der Mute-Schalter gut erreicht werden kann und verlässlich arbeitet. Besonders cool ist die am Kopf des Mikrofons verbaute Mute-LED, welche uns anzeigt, wenn wir stumm geschaltet sind. Etwas unsauber arbeitet bei mir das Lautstärke-Rädchen.

Ansonsten verfügt das Headset noch über einen Lautstärkeregler in Form eines kleines Rädchens, welches auf der Rückseite des linken Muschel verortet ist. Dieses lässt sich ebenfalls schnell nutzen, auch wenn es ein wenig größer hätte ausfallen können. Leider finde ich die Lautstärke-Anpassung über das Rädchen nicht zufriedenstellend – es ist ein wenig zu grob, sodass ein Sweetspot in Sachen Lautstärke nur bedingt schnell eingestellt werden kann. Nützlich ist es aber, wenn kurzfristig große Lautstärke-Anpassungen vorgenommen werden sollen – etwa wenn der Spielsound beim Start deutlich zu laut ist und man erst mal alles runter regelt, bis man im Spiel die Soundeinstellungen vorgenommen hat.

Fazit – ein grandioses Headset für Gamer mit kleinen Schwächen

Der Wiedereinstieg von Skullcandy in den Gaming-Markt scheint gelungen. Das Einsteiger-Modell SLYR schlägt sich in seinem Preissegment hervorragend und überzeugt mit einer hohen Soundqualität und einem soliden Mikrofon. Der Tragekomfort ist ebenfalls gut, wobei es kleine Abzüge wegen der Polsterung des Kopfbügels gibt. Dennoch sitzt das Headset gut und lässt sich schnell für die eigene Kopfform anpassen. Die Schnelltaste zum Muten ist funktional, während die rote LED der Stummschaltung einen schönen Bonus darstellt.

Über das AUX-Kabel samt Splitter lässt sich das SLYR an zahlreiche Geräte anschließen, was erst mal praktisch ist. Schade, dass kein Adapter für USB im Paket enthalten ist, da nicht immer entsprechende Buchsen für Lautsprecher und Mikrofon bereitstehen.

Zu sehen ist das SLYR Headset mit dem AUX-Kabel und dem Splitter für Sound und Mikrofon.

Das Preisleistungsverhältnis scheint hier zu stimmen! Obwohl das Headset aus Plastik gefertigt es, kann es optisch punkten und liefert gleichzeitig gute Klangergebnisse – ein grundsolides Headset für Gamer.

Die Haptik stimmt auch, wobei es schon auffällt, dass das gesamte Headset auf Plastikteile setzt. Dennoch wirkt das SLYR hochwertig und glänzt mit seinem eleganten Design samt Farbnuancen. Weniger gelungen ist der integrierte Lautstärkeregler, welcher zwar grobe Lautstärke-Anpassung zulässt, für mich aber nicht fein genug ist, um schnell die ideale Lautstärke einzustellen.

Alles in allem bietet Skullcandy mit dem SLYR ein gutes Headset für Gamer, welches zwar kleinere Schwächen aufweist, in den Kernkompetenzen aber überzeugen kann. Für dieses Preissegment wird hier ein schönes Gesamtpaket geboten, welches zwar noch Verbesserungspotenzial aufweist, aber Gamern tatsächlich das bietet, was sie benötigen.

 

Ich werde in den kommenden Tagen auch noch das Flaggschiff PLYR testen – es wird sicherlich spannend zu sehen, wie sich die höherpreisigen Headsets von Skullcandy schlagen, da man bei dem Einsteiger-Modell bereits gezeigt hat, dass man bei Skullcandy versteht, worauf es für Gamer ankommt. Der Test wird später an dieser Stelle verlinkt werden.

Bist Du Dir noch unsicher, wie Du das richtige Headset für Dich findest, kann ich Dir diesen Beitrag ans Herz legen, welcher aufschlüsselt, warum ein gutes Headset im Gaming entscheidend ist und worauf dabei geachtet werden sollte.

 

Johann von Ti
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