H1Z1 – Erster Eindruck

Nach DayZ hatte ich mal wieder Lust auf Zombie Survival…

Nach langem Zögern aufgrund der Pay to Win Problematik habe ich nun doch einen verspäteten ersten Blick auf H1Z1 geworfen und will Euch von dem Zombie Survival Spiel aus dem Hause Sony berichten. Zunächst einmal eine Entwarnung; Auch ohne den Einsatz von zusätzlichem Geld kann das Spiel ohne Probleme gespielt werden und man findet auch genügend Ausrüstung. Damit ist also der größte Kritikpunkt aus dem Vorfeld entschärft. Doch was erwartet uns denn nun im großen DayZ Konkurrenten?

H1Z1 - Axtkampf im Wald

Die Technik

Das ich von der Standalone Version von DayZ mehr als enttäuscht bin, habe ich bereits in einigen Beiträgen zum Ausdruck gebracht. Das Problem sind einfach die fehlenden Verbesserungen sowie technische Grobschlechtigkeiten, die ein normale Spielen fast unmöglichen machen. Die Engine ist steif wie ein Brett und macht damit das gesamte Gameplay zu einem einzigen Krampf – Und das seit Jahren der Entwicklung als Early Access. Während DayZ also immer noch mit seinen Kinderkrankheiten zu kämpfen hat und diese nicht wirklich angeht, hat H1Z1 einfach eine viel ausgereiftere Basis. Dabei will ich zunächst vor allem auf die Engine und das damit verbundene Movement ansprechen. Alles läuft hier flüssig, Animationen sind ansehnlich und vor allem das Gameplay ist spielbar. So muss ich mir beim Kampf gegen Zombies keine Lags, Bewegungsfehler und Synchronisations- Probleme antun und kann auch mal in den Nahkampf gehen, ohne weinend das Spiel zu beenden. Hier fühlt man sich direkt wohl, denn es funktioniert und ist passend aufgebaut. Technisch punktet H1Z1 um Vergleich zu DayZ als direkt.

H1Z1 - Mit Bogen und Sniper

Das Gameplay

Der Preis für das flüssige Gameplay ist vermutlich bei der Grafik zu suchen, denn diese kann sich kaum mit der von Konkurrenten DayZ messen. Die Landschaft ist weniger Detailreich und die Grafik allgemeinen niedriger Angesetzt. Umgebungsdetails werden nur auf eine bestimmte Entfernung geladen und wiederholen sich recht schnell. Keine Augenweise, ist jedoch pragmatisch und ermöglicht recht unbeschwertes Spielen. In DayZ haben wir zwar eine ziemlich realistische Welt, diese wird jedoch von einer schwammigen Kameraführung und dem steifen Gameplay begleitet und so entwertet. H1Z1 kann optisch trotzdem punkten, denn die Welt sieht nicht schlecht aus. Besonders größere Städte trumpfen mit vielen Gebäude auf, die alle vollständig begehbar sind und meist mehrere Etagen bereit halten. Alles ist ein wenig grob aufgesetzt, beleidigt aber in keinem Falle das Auge und mir gefällt diese optische „Einfachheit“ eigentlich ganz gut.

H1Z1 - Zusammen ist man stärker

Die Zombies

Während also das Gameplay klar Überlegen ist und man Optisch noch Luft nach oben hat; Wie ist das Spiel denn nun an sich? Dazu sei gesagt; Der Survival Gedanke ist hier gut wiedergeben und macht seit langem mal wieder Spaß. So müssen wir in H1Z1 natürlich erst mal Ausrüstung suchen. Lediglich mit einer Jeans, Turnschuhen und einem T-Shirt finden wir uns mit einer Taschenlampe bewaffnet in einer postapokalyptischen Welt wieder, die im Süden der USA spielen könnte. Mit einer einfachen selbstgezeichneten Karte können wir uns orientieren, wobei mit Koordinaten gearbeitet wird, die uns immer angezeigt werden. Das ist zum Teil auch bitter nötig, da man mitten in der Wildnis sonst lange nach den Überresten der Zivilisation suchen könnte. Mithilfe der Karte versucht man dann meist so schnell wie möglich eine Straße und anschließend eine Siedlung zu finden um danach in den verlassenen Behausungen und Häusern nach etwas Brauchbaren zu suchen. Unser Magen knurrt, die Kehle ist trocken und wir suchen nach einer Waffe, um uns die lebendigen Toten vom Leib zu halten. Und wenn wir schon bei den Zombies sind; Diese sind nach anfänglicher Skepsis meinerseits echt gut in Spiel eingebracht. Zwar lungern vor allem am Anfang recht wenig von den Kerlen in der Welt und sie verhalten sich auch recht träge, werden in Horden jedoch zu einer ernsten Gefahr, wenn man nicht aufpasst.

H1Z1 - Zombies vor der Wohnung

Der Trick dabei ist einfach die „Funktionalität“ der Kerle. Bewegen wir uns langsam und mit genügend Sicherheitsabstand, kann man die Hirnfresser ganz gut umgehen, ohne ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ganz anders sieht es aus, wenn man erst mal einen an der Backe hat. Diese kann recht schnell werden und verfolgt den Spieler. Auf der Flucht kann man es meist nicht vermeiden noch mehr Zombies anzulocken und schon wird man von einer Meute verfolgt. Diese Situation ist aber noch zu bändigen, da man meist nicht wirklich viele Zombies hinter sich hat und man sie in Städten recht gut abschütteln kann. Anders sieht es aus, wenn wir genötigt sind in einer Stadt unsere Waffe zu ziehen und zu schießen. Schussgeräusche locken nämlich zahlreiche Zombies an und schnell sieht man sich einer ausgehungerten Meute gegenüber, der man dann doch nicht mehr so leicht entkommen kann. So hatte ich zuletzt die Situation in er Stadt in eine Schusswechsel mit einem Mitspieler zu geraten; Während der Mistkerl mich aufs Korn nahm, vergaß er seine Deckung und die Zombies konnten ihm in den Rücken fallen. Während ich die Beihilfe der Untoten noch feierte, bemerkte ich, dass auch ich nicht mehr sicher war. Bei meiner panische Flucht erschoss ich mit meine letzten Kugeln noch 2 „Beißer“ und flüchtete in eine Polizei Station. Schnell schloss ich die Türen und untersuchte das Gebäude. Im Keller fand ich letztlich die Waffenkammer, welche neben Granaten und Schutzwesten auch eine Schrotflinte und Sturmgewehre beherbergte. Während man eine Waffe in H1Z1 noch recht leicht zu finden ist, wird es bei der Munition schon schwieriger. Mehr als ein volles Magazin kann man am Anfang meist nicht zusammenkratzen. Damit hatte ich zwar schwere Waffen, aber nur wenige Kugeln und vor den Türen der Station standen knapp 50 Zombies, die gierig durch die Fenster starrten und das Haus keuchend umkreisten.

H1Z1 - Regen Sniper und Zombies

Da mein Charakter müde war (ja, man muss in H1Z1 auch mal schlafen) und ich auch nicht ewig in der Station ausharren wollte, wagte ich alles und versuchte mit Hilfe der Granaten und meiner Waffen aus dem Gebäude zu entkommen. Als ich die Tür öffnete um eine Granate zu werfen, konnte ich diese jedoch nicht mehr schnell genug schließen und schon war die Meute eingebrochen. Während die Granate kaum Schaden anrichten konnte, musste ich in den Keller flüchten und fand mich im Zellentrakt wieder, in welchem ich nun um mein Leben kämpfte. 6 Zombies nahm ich mit in den Tod, bevor mich die Horde umringt hatte und zerfleischt – Aus und vorbei.

Die Gefahren

Daraus kann man schließen; Zombies sind in H1Z1 durchaus gefährlich und sind keine reinen Statisten, wie sie es mittlerweile in DayZ sind. Neben den Untoten gibt es dann noch Bären sowie Wölfe, die einem dem Tag komplett vermiesen können. Besonders der Bär ist für Spieler ohne Waffe ein Todesurteil, dem man nur schwer entkommen kann. Die größte Bedrohung für den Spieler sind jedoch andere Spieler, die in den PVP Servern keinerlei Skrupel haben. Hier wird geschossen, sobald Sichtkontakt besteht und keiner versucht auch nur mit fremden Spielern zu kooperieren. In solchen Momenten kommen mir oft tiefste Zweifel, was unsere Gesellschaft betrifft. Denn auch wenn man ohne Ausrüstung in der Welt landet, wird man eigentlich immer niedergeschossen – schade. Ein Grund wird wohl die Option sein, auf PVE Servern zu spielen, also auf Servern, wo man menschlichen Mitspielern keinen Schaden zufügen kann. Jedoch will ich ja auf den Nervenkitzel auch mal gegen andere Spieler kämpfen zu können, nicht voll verzichten. Ein anderer Grund für das sinnlose Töten der Mitspieler wird wohl wie immer die einsetzende Langeweile sein, wenn man bereits über ausreichend Ausrüstung verfügt und vielleicht sogar schon ein befestigtes Lager mit dem Clan errichtet hat. Ab diesem Zeitpunkt gibt es nur noch wenig zu tun, jedoch sieht die Zukunft besser aus. Die Jungs von Sony haben große Pläne und wollen auch nach der ersten Survival Phase Möglichkeiten bieten, die Spieler bei Laune zu halten. Einsetzende Events sowie die Idee, die Spielwelt zu verändern, sollen auf lange Sicht für Spielspaß sorgen. Hier könnte jedoch der Haken an der Sache liegen, denn Events können in Form von Tickets „gekauft“ werden. Hier muss auf eine vernünftige Balance geachtet werden.

H1Z1 - Zombies auf der Pirsch

Fazit

Jetzt muss ich gestehen, den roten Faden verloren zu haben und will mich direkt einem ersten Fazit zuwenden. H1Z1 ist ein wirklich passables Early Access Spiel, welches eine gute spielerische Basis setzt, die auch funktioniert. Platzmangel im Inventar, wenig Munition und gefährliche Zombies sorgen für tollen Spielspaß, der durch viele spielerische Möglichkeiten wie dem Crafting-System Sinnvoll ergänzt wird. Während das Spiel im Moment knapp 20 Euro kostet (jetzt im Sale auch günstiger zu haben), soll es später als Free to Play Spiel angeboten werden. Ich bin noch skeptisch, ob der Übergang ohne Probleme verlaufen wird, denn hier ist viel Potenzial das Spiel ins negative zu verändern. Die Mikrotransaktionen waren für mich nämlich bisher völlig nebensächlich und ich hoffe, das bleibt auch so. Sollte das Spiel sich ausreichend entwickelt haben, werde ich natürlich eine erneuten Blick aufs Spiel setzen.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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